Abbehausen /Blexen /Esenshamm /Nordenham Bereits seit 6. Mai dürfen gemäß Entscheidung der Landesregierung unter Auflagen in Niedersachsen wieder Gottesdienste stattfinden. Die Vorgaben sind sehr detailliert und anspruchsvoll, ebenso die daraus abgeleiteten Hinweise der evangelisch-lutherischen Landeskirchen.

Die Gemeindekirchenräte müssen vor Ort entscheiden, wie in ihren Gemeinden Gottesdienste nach diesen Vorgaben gehalten werden. Dazu gehört ein umfangreiches Hygienekonzept für jede einzelne Kirche. Das erschwert die Entscheidung zusätzlich.

Stimmen aus den Gemeinden

Es gibt Stimmen aus Gemeinden in der Wesermarsch, die empfehlen, mit dem Neustart bis nach Pfingsten zu warten. Denn womöglich müsse zu den besonderen kirchlichen Feiertagen Christi Himmelfahrt und Pfingsten mit größerem Andrang Gläubiger gerechnet werden, von denen dann wegen der Abstandsregelungen einige abgewiesen werden müssten.

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Die vier evangelischen Gemeinden im Stadtgebiet Nordenham – Abbehausen, Blexen mit Friedrich-August-Hütte, Esenshamm und Nordenham-Stadt – haben sich ganz vorsichtig herangetastet und jetzt erste vorläufige Entscheidungen getroffen.

In Blexen ab 10. Mai

Der Gemeindekirchenrat Blexen freut sich sehr, dass bereits ab diesen Sonntag, 10. Mai, in den Kirchen in Blexen und Friedrich-August-Hütte wieder Gottesdienste stattfinden können – jeweils ab 10 Uhr (in Blexen mit Pfarrer Dietmar Reumann-Claßen, in FAH mit Pfarrerin Anke Claßen). Sie werden aber nicht länger als 30 Minuten dauern. In die Blexer Kirche (sie hat einschließlich Empore Platz für bis zu 300 Gläubige) dürfen dann nicht mehr als 40 Gläubige kommen, in die Kirche in FAH (Platz für etwa 150) nicht mehr als 22.

Hier wie auch andernorts gilt: Jeder Besucher muss vor dem Betreten der Kirche Name, Anschrift und Telefonnummer angeben. Diese Daten werden vier Wochen lang geschützt festgehalten und dann vernichtet. Es darf nicht gesungen werden. 

Stadtgemeinde

Wie andere Geistliche auch, rät Pfarrer Christopher Iven aus der Stadtgemeinde den Besuchern: „Bringen Sie bitte, wenn möglich, einen zuhause erstellten Zettel mit ihrem Namen, Anschrift und Telefonnummer bereits zum Gottesdienst mit. Dies erspart Zeit beim Eintritt in die Kirche.“

Die Atenser Kirche (mit Empore etwa 200 Plätze) wird für nur 20 Gottesdienstbesucher geöffnet, die Martin-Luther-Kirche (200 bis 250) für nur 30 Gottesdienstbesucher.

Bereits an diesem Sonntag, 10. Mai wird die Martin-Luther-Kirche von 10.30 bis 11.30 Uhr geöffnet, um Besuchern bei Orgelmusik die Möglichkeit zum Gebet und zur stillen Einkehr zu bieten.

Sonntägliche Gottesdienste gibt es in der Stadtgemeinde Nordenham erst ab 17. Mai (jeweils ab 10.30 Uhr) – allerdings bis Ende August nur in der Martin-Luther-Kirche. Die Gottesdienste werden etwa eine halbe Stunde dauern.

Hier wie in anderen Kirchen müssen Küster oder Kirchenälteste die Besucher zu den Plätzen begleiten und für Einhaltung der Sicherheitsvorschriften sorgen.

 Dazu gehört unter anderem: Stets ist ein Abstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten. Besucher mit Erkältungssymptomen dürfen nicht teilnehmen.

 Alle Besucher sollen eine Nase-Mund-Schutzmaske mitbringen. Während des Gottesdienstes muss sie aber nicht getragen werden.

Esenshamm

„Wir müssen immense Auflagen erfüllen und machen das mit großem Respekt, weil wir eine hohe Verantwortung tragen müssen“, sagt Esenshamms Pfarrerin Bettina Roth. Die St.-Matthäus-Kirche bietet einschließlich Empore Platz für etwa 350 Gottesdienstbesucher. Um die Abstandsregeln einhalten zu können, werden jetzt nur noch 20 zugelassen. Wenn Ehepaare dabei sind oder Menschen aus einem Hausstand, ist die Zahl etwas höher.

Für ein stilles Gebet wird die Esenshammer Kirche an diesem Sonntag, 10. Mai, geöffnet. Den ersten Gottesdienst gibt es erst wieder am Himmelfahrtstag – dann aber nur bei schlechtem Wetter in der Kirche, sonst im Pfarrgarten. Gleiches gilt für den zweiten Gottesdienst, der in Esenshamm am Pfingstmontag stattfindet. „Wir sind sehr vorsichtig, haben daher noch nicht entschieden, wie es im Juni weitergeht“, erläutert Bettina Roth.

Abbehausen

In der Kirchengemeinde Abbehausen ist der Entscheidungsprozess noch nicht abgeschlossen. Fest steht bisher nur: Probeweise wird mit einer 20 bi 25 Minuten langen Sonntagsandacht mit Pfarrer Matthias Kaffka am 17. Mai gestartet. Dafür wird der Platz in der Kirche, die 220 bis 240 Besucher aufnehmen kann, auf 40 Besucher begrenzt.

Konfirmationen

Konfirmationen sind auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Nachgedacht wird über Termine im Herbst.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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