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Muntere Diskussionsrunde im Oldenburger Lambertihof: Beim VfB-Talk mit Moderator Rudy Schönborn (Mitte, stehend) gab Ex-Werder-Manager Willi Lemke (links daneben) Tipps an VfB-Geschäftsführer Michael Weinberg (2. von rechts).Bild: Piet Meyer
Oldenburg

So lief der VfB-Talk
Stadionneubau in Oldenburg – Schmuckstück für die Stadt oder Lärmquelle?

Visitenkarte hier, Lärm, Verkehr und Kosten da: Im NWZ-Talk diskutierte VfB-Geschäftsführer Weinberg unter anderem mit Willi Lemke über eine neue Arena. Vor allem eine Frage blieb unbeantwortet.

Oldenburg Ohne neues Fußballstadion gibt es wohl irgendwann keinen Profifußball mehr in Oldenburg: Dieses Eingangsstatement von Michael Weinberg, Geschäftsführer des Fußball-Drittligisten VfB Oldenburg, beim zweiten VfB-Talk der NWZ am Mittwochabend im Oldenburger Lambertihof lieferte direkt die Grundlage für die Diskussion. Diese gibt es in der Stadt nicht erst seit dem Aufstieg des VfB in die 3. Liga vor knapp vier Monaten, sondern seit Jahren. Und nicht nur er sprach sich für eine neue Fußball-Arena aus: Auch Willi Lemke, ehemaliger Manager von Bundesligist Werder Bremen, hatte viele Argumente für ein neues Stadion parat – und gab Weinberg auch gleich eine Menge Tipps an die Hand. Dagegen sind einige Anwohner in Donnerschwee, wie Werner Spaeth vom Bürgerverein Donnerschwee berichtete. Sie haben Angst vor Lärm, massiv mehr Verkehr und davor, dass ihre Straßen zugeparkt werden. Moderiert wurde der Talk, bei dem auch Joachim Guttek (Projektmanager Stadt Oldenburg) und Patrick Buck (stellv. Leiter der NWZ-Stadtredaktion Oldenburg) dabei waren, von Rudy Schönborn (Radio Bremen).

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Lemkes Euphorie

„Ein Stadion ist eine Visitenkarte. Es gibt viele Menschen, die sich damit identifizieren. Wenn die am Wochenende in eine Bruchbude gehen müssen, dann ist das wenig motivierend,“ brachte Lemke zunächst ein eher sentimentales Argument. Mit einem tollen Stadion könne man – wie mit den derzeit schon guten Leistungen des VfB – Euphorie beim Nachwuchs befeuern. „Vielleicht gibt es hier dann irgendwann einen Rudi Völler“, meinte er. Auf Schönborns Entgegnung, das sei womöglich eher Träumerei, antwortete Lemke selbst euphorisch: „Wenn Sie keine Träume haben, wie wollen Sie denn irgendwas umsetzen?“ Er erntete damit großen Applaus.

Das muss Arena bieten

Für einen Neubau sei ja auch der Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, brachte Buck ein. Und Krogmann betone stets, es müsse ein Stadion für die Stadt sein, nicht nur den VfB. Das sah auch Lemke so: „Man muss alle abholen - und eben auch kompromissbereit sein.“ Doch wer könnte noch davon profitieren, fragte Buck, und brachte Konzerte, andere Veranstaltungen ins Spiel. Bei Konzerten sahen Lemke und Guttek aber schwarz: „Dafür wäre das Stadion mit 7500 Zuschauern zu klein, des rechnet sich nicht“, stellte Guttek klar. Es gehe wohl eher um kleinere Dinge wie Firmen-Events, die sich gut realisieren ließen. Lemke rief zu Kreativität auf, einen integrierten Biomarkt könne er sich gut vorstellen, ein Hotel würde er zudem empfehlen. Weinberg fügte hinzu, dass auch die jüngst in die GFL2 aufgestiegene Football-Mannschaft der Oldenburg Knights das Potenzial hätte, das Stadion zu füllen.

Die Contra-Argumente

Gegen ein Stadion in Donnerschwee spreche laut Spaeth, dass einige Anwohner Lärm und Verkehr befürchten. Doch auch in Donnerschwee gebe es unter den Anwohnern vehemente Befürworter. Er pochte auf eine Beteiligung der Bürger, um das Stadion so zu konzipieren, dass die Befürchtungen nicht eintreten. So dürften die Parkplätze am Stadion nicht so teuer werden, dass die Besucher lieber in den etwa 400 Meter entfernten Siedlungen parken und den Fußweg in Kauf nähmen.

Und wer bezahlt das?

Größtes Argument gegen ein Stadion ist aber wohl das Geld: Etwa 40 Millionen Euro würde die Arena laut einer Wirtschaftslichkeitsstudie kosten. „Wir wissen auch noch nicht genau, wo das herkommen soll“, gab Weinberg zu. Buck vermutete, dass das meiste die Stadt wird zahlen müssen. Dass da nicht alle Bürger mitgehen, liege auf der Hand. Zudem sei es damit nicht getan: „Die Weser-Ems-Halle ist defizitär, das Stadion wird das wohl auch sein. Ein Stadion kostet ja nicht nur einmal, sondern dauerhaft“, bezog er sich zum Beispiel auf die Instandhaltungskosten, die wohl ebenfalls die Stadt wird tragen müssen.

Visitenkarte hier, Lärm, Verkehr und Kosten da: Im NWZ-Talk diskutierte VfB-Geschäftsführer Weinberg unter anderem mit Willi Lemke über eine neue Arena. Vor allem eine Frage blieb unbeantwortet.
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