Emden Nicht genügend Beweise: Ein 35-jähriger Emder ist gestern vor dem Amtsgericht Emden von dem Vorwurf der Sachbeschädigung frei gesprochen worden. Ihm wurde zur Last gelegt, im Januar 2019 im Keller eines Barenburger Mehrfamilienhauses mehrere Feuer gelegt zu haben. „Schwere Brandstiftung“ lautete deshalb die ursprüngliche Anklage der Staatsanwaltschaft Aurich. Doch das Schöffengericht Emden, bei dem die Klage voriges Jahr landete, sah keinen hinreichenden Tatverdacht - und stufte die Anklage herunter: auf Sachbeschädigung. „Sehr ungewöhnlich“, sagten der Staatsanwalt und die Strafrichterin gestern vor dem Prozess.

Nach den Ermittlungen der Polizei sollen im Keller des Hauses eine Schlagzeugtrommel und ein nicht näher bestimmter Plastikgegenstand ebenso wie der Teppich, auf dem diese Dinge standen, angezündet worden sein. Bei dieser Tat, die dem 35-Jährigen zur Last gelegt wurde, hatte ihn niemand gesehen. Er selbst bestritt gestern bis zum Schluss, etwas damit zu tun gehabt zu haben.

Er sei zwar im Keller gewesen, aber um seine Wäsche zu machen, „nicht, um etwas anzuzünden“. Als er noch einmal den Keller verließ, um Waschpulver zu holen, wie er sagte, traf er im Flur auf drei Nachbarn. Diese sagten auch als Zeugen vor Gericht aus, doch ging aus ihren Aussagen kein eindeutiger Tathergang hervor.

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Einer der Zeugen war zu betrunken, um etwas über den Januartag 2019 zu sagen - sowohl an jenem Tag als auch gestern vor Gericht. „Ich schwöre auf die Bibel, euer Ehren“, lallte der 54-Jährige unter anderem in Richtung der Strafrichterin, die es ebenso wie der Staatsanwalt alsbald aufgab, von ihm etwas zu erfahren.

Die anderen beiden Zeugen und ehemaligen Nachbarn, ein Ehepaar, wollen zwar an jenem Tag schnell Rauchgeruch bemerkt haben, doch zu jeweils unterschiedlichen Zeiten. Als das Feuer, das dem Ehemann zufolge meterhoch gelodert haben soll, von ihm in einem Kellerabteil entdeckt worden war, begannen auch schon die Löscharbeiten. Dort soll auch der vormals Angeklagte mitgeholfen haben. Doch als Feuerwehr und Polizei am Haus eintrafen, war er verschwunden.

Dazu erklärte der Angeklagte vor Gericht, er habe wegen eines offenen Haftbefehls Angst gehabt und sei deshalb lieber gegangen. Viel half es ihm nicht, denn die Beamten fanden den Mann wenig später bei seiner Freundin - an seinen Händen und unter seinen Nasenflügeln fanden sie Rußablagerungen.

Das überzeugte die Richterin nicht ganz: „Möglicherweise stammen die Ablagerungen vom Löscheinsatz.“ Zusammen mit den „eher vagen“ Aussagen der Zeugen verblieben für die Juristin zu viele Zweifel für eine Verurteilung. Sie entschied im Zweifel für den Angeklagten und blieb damit hinter der durch die Staatsanwaltschaft geforderten Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro zurück.

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