Oldenburg Eigentlich war in diesem Jahr wieder Schweden geplant. Doch dann kam Corona. „Wir mussten Alternativen suchen“, sagt Michael Dernoscheck. „Klar war, ein normaler Campingplatz mit so vielen Menschen und dem ganzen Betrieb ist nichts für uns.“

Zum Geburtstag schenkte der 54-Jährige, der im Oldenburger Pius-Hospital die Öffentlichkeitsarbeit betreut, seiner Frau den Stellplatzführer „Landvergnügen“.

Was die beiden dort sahen, verhieß wirklich Vergnügen, und die Entscheidung reifte: Das probieren wir in diesem Jahr aus.“

Blick in die Weite: Der Stellplatz auf dem Bärenhof bietet einen Panorama-Blick in den Südschwarzwald. Foto: Bärenhof

„Landvergnügen“ ist ein 2014 gegründetes Unternehmen mit Sitz in Berlin, das Wohnmobilisten und Landwirte zusammenbringt. Das Konzept ist einfach: Höfe stellen bis zu drei Stellplätze für Wohnmobile zu Verfügung. Interessenten können maximal 24 Stunden dort kostenlos stehen. Die Gäste haben die Möglichkeit, den Hof kennenzulernen und – wenn gewünscht – landwirtschaftliche Produkte einzukaufen.

Die Idee geht auf. Bislang haben sich bundesweit mehr als 800 Höfe – Bauernhöfe, Käsereien, Brennereien, Weingüter, Ziegenhöfe, Fischzüchter, Ölmühlen, Alpaka-Farmen und Kunsthandwerksbetrieb – registriert.

Zahl der Mitglieder steigt

Mit Angaben zur Zahl der Camper hält sich das Unternehmen zurück. Im Vergleich zum Vorjahr kamen allerdings mehr als 200 Betriebe dazu. „Landvergnügen“-Gründer Ole Schnack sieht den Zuwachs als Bestätigung, dass nicht nur Reisende profitieren, sondern auch Produzenten. Sie könnten „ihren Umsatz in der Direktvermarktung steigern und gleichzeitig die Verbraucher für die Landwirtschaft sensibilisieren“.

Vergnügt: Michael Dernoscheck. Foto: privat

Betriebe in der Region

In der Region Oldenburg macht unter anderem der Janssen Hof in Rastede bei „Landvergnügen“ mit. „Das läuft phänomenal gut“, bestätigt Inhaber Carsten Janßen. „Wir machen das im vierten Jahr und haben schon viele nette Leute kennengelernt.“ In den Sommermonaten kämen sechs bis acht Wohnmobile pro Woche, „jetzt zwei bis drei“. Für den Hofladen seien die Camper gute Kunden. „Die kaufen dort meist ziemlich ein.“

Hahn und Wohnmobil: Dieses Symbol zeigt die Landvergnügen-Höfe an. Foto: Eichrüttehof

Stefan Joachimmeyer, Rinderzuchtbetrieb „Highland Aufzucht und Vermarktung“ in Kleinenkneten, bestätigt: „Wenn ein Camper für 30 Euro im Hofladen einkauft, ist das ein schönes Zusatzgeschäft.“ Fünf bis sieben Camper kämen in den Sommermonaten durchschnittlich pro Woche auf einen der drei Stellplätze. Ärgerlich sei, dass sich immer wieder Camper ankündigten, aber nicht kommen und nicht absagen. „Man stellt sich darauf ein; wenn man sogar einem anderen absagen musste, ist es doppelt ärgerlich.“

Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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