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Bild: Worldiety
Sind trotz aller Schwierigkeiten guter Dinge: (von links) Adrian Macha, Rita van Döllen (Architekturbüro van Döllen) und Torben Schinke beim Richtfest im Worldiety-Neubau.Bild: Worldiety
Oldenburg

Bauen in Oldenburg
Der Weg zum modernen Gewerbebau ist steinig

Der IT–Dienstleister Worldiety aus Oldenburg möchte vormachen, wie man im Gewerbebereich modern und klimaschonend baut. Allerdings ist das gar nicht so einfach.

Oldenburg Es war ein großer Zwischenschritt auf dem Weg zu einer neuen Heimat: Der IT-Dienstleister Worldiety, im Technologie- und Gründerzentrum (zu) groß geworden, will bald mit seinen aktuell 53 Mitarbeitern an die Nordseestraße nach Eversten ziehen. Das Richtfest ist gerade gefeiert worden. Dort entsteht ein Bau, bei dessen Planungen aktuelle Herausforderungen unserer Gesellschaft berücksichtigt worden sind – und der gerade deshalb nicht so einfach zu realisieren ist.

Torben Schinke, einer der Gründer und Geschäftsfüher von Worldiety, spricht gern über das Projekt, „das seinen Ursprung in einer handschriftlichen Skizze hat“. Aber er kann genauso viel und lange erzählen über die Schwierigkeiten, die es mit sich bringt, so einen Bau hochzuziehen.

Das Ziel war eine offene Gestaltung, was sich etwa im Foyer widerspiegeln soll. Zudem hat das Gebäude im Innenbereich quasi keine festen Wände. Das bietet Flexibilität: Vom Großraumbeüro bis hin zur kleinteiligen Gestaltung ist alles möglich. Das sei auch für die Nachnutzung wichtig, falls Worldiety irgendwann einmal diesen Standort wieder verlassen sollte.

Flächenverbrauch

Natürlich sei er auch gefragt worden, ob er überhaupt neu bauen müsse, Thema Flächenverbrauch. Doch zu der Zeit der ersten Planung, im Jahr 2016, habe es keine Optionen in der passenden Größenordnung in Oldenburg gegeben, so Schinke. Dafür verweist er darauf, dass er das Grundstück optimal ausgenutzt habe: „Wir haben etwa ein hohes Investment in einen Keller gesteckt, was ungewöhnlich für Gewerbebauten ist, um weniger Flächen zu verbrauchen.“ Die zwei Stockwerke werden zudem ergänzt durch ein Staffelgeschoss, in dem zwei Wohnungen Platz finden werden. Hier werden Schinke und sein Geschäftsführer-Kollege Adrian Macha einziehen.

Übrigens wurde auch über ein Gründach nachgedacht, was immer wieder als Gegenmaßnahme zur Versiegelung genannt wird. „Dann hätten wir allerdings die Photovoltaik-Anlage kleiner bemessen müssen. Nun nimmt sie die komplette Fläche ein.“

Komplizierte Technik

Klimaschonendes Bauen, was oftmals mit komplizierter Technik einhergeht, ist laut Schinke übrigens gar nicht so einfach. So seien etwa für den Bau der Photovoltaik-Anlage so viele Stellen beteiligt – vom Architekten über den Energieberater bis hin zum Elektriker – dass es schwer sei, die Zusammenarbeit aufeinander abzustimmen. Dass die Baubranche insgesamt bei der Digitalisierung hinterherhinke, mache die Sache nicht einfacher. „Statt Baupläne zentral aufrufbar zu machen, werden sie per E-Mail hin und hergeschickt – und keiner weiß so genau, welche Version jetzt gültig ist.“

Hinzu komme die Aufgabe, sich zwischen unzähligen Förderprogrammen für Bauprojekte zurechtzufinden.

Obendrauf kommen nun noch die Baupreissteigerungen und Lieferschwierigkeiten. Ob das Gebäude im ersten oder im zweiten Quartal kommenden Jahres fertig wird, vermag derzeit niemand zu sagen.

Klar ist bereits: Statt der avisierten vier Millionen wird es mindestens fünf Millionen Euro kosten. Von einigen Optionen für moderne Gewerbebauten – wie Deckensegel für Wärme und Kühlung – hat man sich bereits aus Kostengründen verabschiedet.

Patrick Buck
stv. Redaktionsleiter
Der IT–Dienstleister Worldiety aus Oldenburg möchte vormachen, wie man im Gewerbebereich modern und klimaschonend baut. Allerdings ist das gar nicht so einfach.
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