Oldenburg „Ich freue mich wirklich sehr, dass der Gottesdienst im Rahmen des CSD Nordwest seit so vielen Jahren hier mitten in der Stadt in St. Lamberti eine Heimat hat“, sagt Pastor Tom Brok. Das zeige, dass die Belange lesbischer, schwuler, bisexueller, transsexueller, intersexueller und queerer (kurz: LSBTIQ*) Menschen der Kirchengemeinde wichtig sind.

Gottesdienst

Der CSD-Gottesdienst wird seit 2012 gefeiert und findet in diesem Jahr zum 11. Mal statt. Der Termin ist am Sonntag, 12. Juni, ab 10 Uhr in der Lambertikirche.

Mitwirkende: SPD-Landtagsabgeordnete Hanna Naber, Schwester Lea, Thomas Sieverding, Klemens Sieverding, Stephan Christ, Edith Heger, Oberkirchenrätin Gudrun Mawick (Predigt) und Pastor Tom Brok.

Musik: Annie Heger (Gesang), Veronique Coubart (Gesang, Staatstheater), Christian Arndt (Orgel) und Uwe Heger (Dudelsack).

Kirchencafé: Nach dem Gottesdienst besteht im Kirchencafé die Möglichkeit zu Begegnung und Gespräch.

Für Pastor Brok ist es erst der zweite Gottesdienst im Rahmen des Christopher Street Day (CSD) in Oldenburg. „Dabei ist der letzte Gottesdienst noch gar nicht so lange her. Im vergangenen Jahr haben wir ihn in St. Lamberti im September gefeiert“, sagt er.

Erfahrungen

Schon an diesem Sonntag, 12. Juni, findet der nächste queere Gottesdienst statt, zu dem die Ev.-luth. Kirchengemeinde Oldenburg zusammen mit einem großen Aktionsteam einlädt. Er nimmt das Thema des diesjährigen CSD Nordwest auf und steht unter dem Motto: „Coming out – in church“.

„Wir haben uns dazu entschieden, einige Erfahrungen zu thematisieren. Denn das ,Coming out’ ist für jeden anders und oftmals mit Ängsten und schmerzhaften Erfahrungen verbunden“, so Brok. Es kann eine Befreiung sein, genauso wie ein dauerndes Sich-Rechtfertigen. In einigen Teilen der Welt kann es sogar eine akute Lebensgefahr bedeuten.

Als queere Frau, die den CSD-Gottesdienst in Oldenburg von Anfang an begleitet, hat Annie Heger viele Erfahrungen mit dem „Coming out“ und der Kirche gemacht. „Am Sonntag wird unter anderem meine Mutter zu Wort kommen, die berichtet, wie es ist, ihr eigenes Kind immer wieder outen zu müssen“, erklärt Heger. Sie selbst habe laut eigenen Aussagen „unglaubliches Glück“ gehabt. „Ich habe in meinem persönlichen Umfeld kaum Diskriminierung erfahren“, sagt sie.

Allerdings sei man ihr nicht überall mit Verständnis begegnet. „Als wir den ersten CSD-Gottesdienst initiiert haben, da gab es nicht nur innerhalb der Gemeinde Gegenstimmen. Ich habe viele anonyme Drohbriefe erhalten“, erklärt Heger. Zwar gebe es auch mehr als zehn Jahre später immer noch viele Anfeindungen – vor allem online. Vieles habe sich jedoch zum Guten gewandt.

Katholische Beteiligung

„Ich freue mich unfassbar darüber, dass wir am Sonntag eine katholische Beteiligung haben. Denn vor allem in der katholischen Kirche ist bei diesem Thema gerade viel in Bewegung“, sagt sie und ergänzt: „In jeder Konfession gab und gibt es Konflikte. Keine Kirchengemeinschaft ist davor gefeit.“

Beim CSD-Gottesdienst am Sonntag soll es jedoch nicht nur um negative, sondern vor allem auch um positive Aspekte zum Thema Kirche und „Coming out“ gehen.

„Wir feiern den Gottesdienst im Vertrauen darauf, dass Gott die Vielfalt des Lebens und Liebens in seine Schöpfung gelegt hat“, sagt Pastor Brok.

Chelsy Haß Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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