Delmenhorst „Wenn wir in diesem Projekt planerisch nicht weitermachen, dann ist das Projekt tot.“ Andreas Tensfeldt, Fachbereichsleiter im Gebäudemanagement der Stadt Delmenhorst, macht keinen Hehl daraus, dass weiter abzuwarten gleichbedeutend mit dem Ende sei. Das Theater Kleines Haus in Delmenhorst müsse dringend saniert werden – so viel steht für ihn fest.

Im November 2011 wurde das neu gestaltete Foyer feierlich eingeweiht. Es war der erste von drei geplanten Bauabschnitten. Doch seitdem ist nur noch wenig bis gar nichts mehr passiert. Immer wieder mussten die Gelder im Haushalt für andere Projekte weichen. Langsam aber sicher dränge die Zeit. Das machte Andreas Tensfeldt im jüngsten Ausschuss für Kultur und Sport noch einmal deutlich. „Wenn wir jetzt nicht weitermachen, werden wir einen Stillstand haben wie bei der Stadionhalle“, appellierte er, die Planungen fortzusetzen. Wenn eine Förderung möglich sei, könne man somit schnell auf die vorhandenen Planungen zurückgreifen.

Der Grund, warum Andreas Tensfeldt überhaupt das Mikrofon ergriff, war die Rede von Antje Beilemann kurz zuvor. Ausgerechnet die jahrelange Fürsprecherin für das Projekt hatte in Zeiten der Corona-Krise Zweifel und Bedenken geäußert – besonders in finanzieller Hinsicht. „Wir hätten den Betrag schon unter den normalen Umständen nicht“, sagte Beilemann. „Wir werden hier kein Geld verbrennen, aber Corona wird uns an Stellen belasten, an die wir noch gar nicht denken können.“

Sie schlug deshalb eine realistische Planung vor, in der man sich auf die wichtigsten Aspekte für die Sanierung konzentriert. Das alles, um am Ende nicht auf einen zweistelligen Millionenbetrag zu kommen. Ein Betrag, den die Verwaltung – trotz fehlender Kostenkalkulation – bestätigte.

Zunächst einmal stand aber die Auftragsvergabe für die Fachplaner auf der Agenda, für die in diesem Jahr 210 000 Euro zur Verfügung stehen. Der Großteil der Ausschussmitglieder ließ die Bedenken nicht als Grund für einen Rückzieher gelten. „Es ist eine einmalige Chance. Deshalb sollten wir nicht warten“, sagte Murat Kalmis (FDP) und erhielt Unterstützung von Inge Böttcher (SPD). „Es geht zunächst einmal um die Planung, die man zum Vorlegen braucht“, sagte sie. Uwe Dähne (Grüne & Partner) ergänzte: „Wir müssen etwas für den Kulturstandort Delmenhorst machen.“

Mit nur einer Gegenstimme wurde für die Auftragserteilung der Fachplaner gestimmt. Das letzte Wort hat am 19. Mai der Rat – doch auch danach wird das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen sein.

In den Planungen des Oldenburger Architekturbüros „Droste Droste & Urban“ ist vorgesehen, dass der vorhandene „Mittelteil“ (Saal, Seitenfoyers, WC) abgebrochen und durch einen neuen Baukörper ersetzt werden soll. Dadurch würden rund 515 Sitzplätze entstehen, die Sitzreihen eins bis vier können dabei für Orchesteraufführungen demontiert werden. Auch ein großzügiges Foyer (380 Quadratmeter) mit Tresen und barrierefreier Garderobe ist darin inbegriffen. Mit den Hauptnutzern des Kleinen Hauses (Konzert- und Theaterdirektion, Niederdeutsches Theater Delmenhorst, Max-Planck-Gymnasium, Kulturbüro und Musikschule) ist die Variante bereits abgestimmt.

Sönke Spille Freier Mitarbeiter Lokalsport / NWZ-Redaktion
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