Wildeshausen Sie haben ihr Versprechen gehalten: Oberst Willi Meyer und Adjutant Oberst Andreas Tangemann von der Wildeshauser Schützengilde haben Thomas Schwoll und Peter Petersen ein Foto von sich geschenkt. Zumindest fanden die beiden am Dienstag ein eingerahmtes Bild auf der Herrlichkeit. Dort hätte der Rockappell während des Gildefestes stattgefunden. Wegen der Coronakrise fällt das Gildefest 2020 aus – aber Schwoll und Petersen begaben sich aus Tradition trotzdem zur Herrlichkeit, um anzutreten.

Während des Rockappells mit dem bekannten Schabernack hatten Adjutant und Oberst 2019 den beiden Spielleuten des Wildeshauser Spielmannszugs ein Foto von sich versprochen – nachdem Schwoll und Petersen Bilder von sich überreicht hatten. Das Bild auf der Herrlichkeit sah aber eher nach einer Filzstift-Zeichnung als nach einem Foto aus. Ob die Spielmänner möglicherweise selbst zu Stift und Papier gegriffen haben? Die beiden winkten ab: Sie waren sich sicher, zwei Grünröcke an der Herrlichkeit gesehen zu haben, die das Bild dort platziert haben sollen. „Allerdings zweifeln wir die Echtheit dieses Fotos an“, gab Petersen zu. Und dass der Adjutant auf dem Bild auch noch die Zunge herausstreckt, empfanden sie als irritierend. „Sollen wir das frech finden oder lustig?“

Am Nachmittag ging es weiter Richtung Krandel, wo der Ausmarsch, begleitet von den Spielleuten, geendet hätte. Dort fanden die beiden ein Holzgewehr – ein Hinweis auf die Grünröcke, die das Bild an der Herrlichkeit hinterließen? Oder doch ein Mitbringsel von Petersen und Schwoll? Die beiden hielten sich bedeckt bei der Frage...

Am Abend zuvor hatten die beiden zudem nicht auf den traditionellen Fackelumzug verzichten wollen: Pünktlich um 21 Uhr trafen sie sich auf dem Marktplatz. Vor dem Rathaus wurden die Fackeln entzündet, denn natürlich war die Feuerwehr wie jedes Jahr als Begleitung dabei. Allerdings inkognito. Stadtbrandmeister Helmut Müller, als Privatperson, war vor Ort. Verstärkung gab es durch Daniel Müller I. Wohl gemerkt, beide als Zivilisten: Denn offiziell war der Umzug nicht angesetzt worden. Beifall gab es für die Idee von Peter Petersen und Thomas Schwoll von den Gästen an den Tischreihen der Gastronomiebetriebe, als das Quartett die Westerstraße abschritt – die Marschmusik kam aus Schwolls Auto – und vor dem Seiteneingang am historischen Rathaus Aufstellung bezog. Dort werden sonst die Kompaniefahnen empfangen, die Front wird abgeschritten und zum Umzug gestartet.

Der ganz große Marsch wurde es nicht, immerhin kam aber ein Hauch von Gildefest-Atmosphäre in der ansonsten eher verwaisten Innenstadt auf. „Einige Leute haben sofort gefilmt“, erzählte Petersen. Innerhalb von Minuten hätten Videos der Marschierenden im Internet die Runde gemacht.

Auch das Schafferpaar Philipp und Birte Hogeback sowie das Königspaar Jan und Friederike Hoffrogge waren im Übrigen am Dienstag in Zivil mit Papagoy-Anstecker unterwegs, um festliche Stimmung aufkommen zu lassen: Gemeinsam verbrachten sie einen gemütlichen Nachmittag auf dem Marktplatz.

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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