Varel Der Vorfall hatte für zahlreiche wütende Reaktionen gesorgt: Vor knapp einer Woche waren 350 Mund-Nasen-Masken aus dem St.-Johannes-Hospital in Varel gestohlen worden – ausgerechnet dort, wo sie am nötigsten gebraucht werden. Die Polizei nannte die Tat „dreist und ethisch voll daneben“, hatte aber auch kaum Anhaltspunkte zu dem Täter.

2000 Masken pro Woche

Die verschwundenen Masken wurden jetzt aber mehr als kompensiert: Maschal Möbel hat dem Krankenhaus 2500 solcher Masken gespendet. Martina Busch überreichte die Masken am Donnerstagnachmittag an Dr. Werner Wodrich, Prokurist der Friesland-Kliniken. Das Möbelhaus hatte selbst zahlreiche Masken angeschafft, die Mitarbeitern aber auch Kunden, die keine eigene Maske haben, zur Verfügung gestellt werden. Natürlich werde Maschal auch weiterhin Masken für den eigenen Betrieb brauchen, da mittlerweile aber fast alle Kunden eigene Masken haben, könne man einen Teil der gekauften Masken entbehren.

Der Bedarf an Masken im Krankenhaus ist groß. „In Varel verbrauchen wir etwa 2000 Masken pro Woche“, erklärt Werner Wodrich. Besonders unangenehm an dem Diebstahl ist, dass es auch ein Mitarbeiter des Krankenhauses gewesen sein könnte. Denn wegen der Kontaktbeschränkungen konnten nur sehr wenige Menschen von außerhalb überhaupt das Klinikum betreten.

Bedarf wird steigen

Der Bedarf an Masken wird angesichts der Lockerungen wohl noch zunehmen, zumal wieder mehr Patienten aufgenommen werden sollen – und auch die werden beispielsweise bei pflegerischen Maßnahmen eine Maske tragen müssen. „Insofern sind wir besonders dankbar für die Hilfe, auch wenn die Beschaffung etwas leichter geworden ist“, so Wodrich.

Auch für Besucher in Krankenhäusern wird es Lockerungen geben. Die stellen die beiden Krankenhäuser in Friesland aber auch vor Herausforderungen. Nicht nur, dass einige die Ankündigung der Lockerungen offenbar schon als Freifahrtschein für einen Besuch im Krankenhaus nahmen und dann verärgert waren, als ihnen der Einlass verwehrt wurde. Es darf pro Patient nur ein Besucher ins Krankenhaus gelassen werden und der braucht die Zustimmung des Patienten, den er besuchen möchte. Und die Besucher müssen natürlich durch die Schleuse am Eingang des Krankenhauses. Diese ganzen Maßnahmen bedeuten einen erheblichen Aufwand für die Klinik.

Besuche möglich

Am besten wäre es aber, so Wodrich, man verzichte auf einen Besuch. Ein junger Patient, dem der Blinddarm entfernt wird, werde die drei Tage im Krankenhaus auch ohne Besuch überstehen. „Wir machen das alles ja nicht aus bösem Willen“, sagt Wodrich. Sollte aber nur ein einziger mit dem Corona-Virus infizierter Besucher ins Krankenhaus kommen, hätte das erhebliche Auswirkungen auf Patienten und Personal in Varel. Nicht zu vergessen, dass damit die einzige Geburtsklinik in der Gegend geschlossen werden müsste.

Die Krise zeige aber auch durchaus, wo man andere Wege gehen könne. Beispielsweise habe das Besuchsverbot sehr positive Effekte auf der Geburtsstation. Die werdenden Mütter seien sehr viel entspannter, es gebe weniger Komplikationen und Probleme beim Stillen. Nur die Väter dürfen Kind und Mutter besuchen. „Die Schwestern sind begeistert und wollen das am liebsten beibehalten“, erklärt Wodrich.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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