Varel „Wat guckt die traurig“ – so empfing Horst Lichter Uwe Jürgens, als er bei der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ ins Studio kam. Der Vareler hatte eine Büste dabei, die er zu Geld machen wollte. Die Büste zeigt eine Frau. Weder über die Frau noch über die Büste wusste Uwe Jürgens etwas – geschweige denn über den Wert des Schmuckstücks.

Die Bewerbung für die Sendung sei eher aus „Jux und Dollerei“ zustande gekommen, sagt Uwe Jürgens. „Wir sind nicht davon ausgegangen, dass die Büste noch etwas wert ist.“ Erstanden habe sie seine Frau bei einer Haushaltsauflösung für kleines Geld. Dann stand die Büste erst in der Wohnung und verschwand dann irgendwann im Keller. „Wir gehen gern auf Haushaltsauflösungen und gucken uns da um. Manchmal kann man da noch einen Schatz heben“, sagt er. Besonders alte Bücher, Werkzeug und alte Geräte fasst er für gewöhnlich ins Auge.

Dieses Mal aber eben eine Büste. Und der Besuch bei Horst Lichter und dem Experten Albert Maier machte zumindest etwas Hoffnung auf einen kleinen Ertrag – auch wenn es kein teures Kunstwerk ist. Denn, so der Experte, es handele sich um eine etwa 110 bis 120 Jahre alte Replik einer Manufaktur in Magdeburg. Leicht zu erkennen sei das an der Münze, die an der Unterseite des Sockels der Büste eingelassen ist.

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Entsprechend sei der einzige echte Marmor auch nicht in der Büste, sondern nur in dem Sockel verarbeitet. Die Büste selbst bestehe aus Kunstmarmor. Den Wert bezifferte Albert Maier auf rund 150 Euro – zumal sich solche Büsten meist gut verkaufen ließen. Wem die Büste nachempfunden ist oder welches Kunstwerk als Vorbild diente, konnte der Experte aber auch nicht sagen.

Was die Händler zu zahlen bereit waren, klärte sich schnell, innerhalb weniger Sekunden war das Angebot von 100 auf 120 Euro hochgeschnellt und dabei blieb es dann auch. Größter Kritikpunkt: Eine Macke in der Augenbraue der Büste.

Das Geld nahm Uwe Jürgens dankend an, denn wofür er es ausgeben würde, stand schon fest: Es sollte in die Hochzeit mit seiner jetzigen Ehefrau Ute fließen. „Dass die Büste kein Vermögen wert ist, habe ich mir schon gedacht. Aber so bin ich gut zufrieden“, sagt Uwe Jürgens.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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