Emden
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Durch den Bau von Konvertern, Umspannwerken und weiteren Anlagen für die Energiegewinnung werden in Emden landwirtschaftliche Flächen versiegelt, beklagt der Landwirtschaftliche Hauptverein.Bild: Archiv
Emden

Ausbau der Energieanlagen
Landwirte befürchten in Emden massiven Flächenverlust

Angesichts des geplanten Ausbaus der Energiegewinnung warnt der Landwirtschaftliche Hauptverein davor, wertvolles Ackerland einfach zu versiegeln.

Emden “Wertvolles Ackerland darf nicht einfach für die Energiegewinnung versiegelt werden.“ Das hat Maren Ziegler, Geschäftsführerin des Landwirtschaftlichen Hauptvereins gefordert. Anlässlich des Pressegesprächs zum Emder Erntedankfest wies sie darauf hin, dass gerade im Bereich der Stadt Emden die landwirtschaftlich genutzte Fläche immer weniger werde. „Wir müssen angesichts der Energiekrise eine Lösung finden, mit der die Energiewirtschaft und die Landwirtschaft leben können“, stimmte auch Jannes de Boer vom Organisationsteam des Erntedankfestes ein. Hintergrund ist unter anderem der geplante Bau eines 90 Hektar großen Solarparks im Wybelsumer Polder, um Strom für grünen Wasserstoff zu erzeugen. Aber auch die Versiegelung von Flächen im Borssumer Hammrich durch den Bau von Konvertern, Umspannwerken und demnächst einer Wasserstoff-Anlage wird vom Landwirtschaftlichen Hauptverein kritisch gesehen.

Ackerboden geht verloren

Zwar seien Ziegler und de Boer nicht generell gegen den Ausbau der Energieversorgung, fordern aber ein genaueres Hinsehen. „Fruchtbarer Ackerboden geht damit für die Produktion von regionalen Lebensmitteln für immer verloren“, beklagte die Geschäftsführerin. Den Vertretern der hiesigen Landwirtschaft geht es vor allem darum, die Lebensmittel- und Energieproduktion in Einklang zu bringen. „Warum werden nicht erst die bereits versiegelten Flächen für den Bau von Solar- und Photovoltaikanlagen genutzt?“, fragte Ziegler mit Blick auf Hausdächer, Parkplätze oder ähnliche Flächen.

Wenn beispielsweise große Parkplätze überdacht würden, könnten darauf entsprechende Photovoltaikanlagen installiert werden, schlägt sie vor. Das würde aus Sicht der Landwirtschaftsvertreter deutlich zur Energiegewinnung beitragen und gleichzeitig die ohnehin schon begrenzten landwirtschaftlichen Flächen in Emden nicht noch weiter schrumpfen lassen. „Leider werden die regionalen Erzeuger von Lebensmitteln immer wieder bei solchen, tiefgreifenden Planungen vergessen“, beklagte Ziegler.

Forderung an Politik und Wirtschaft

Auch mit Blick auf den Ukraine-Krieg und die Folgen der Corona-Pandemie habe sich gezeigt, wie wichtig der Anbau von heimischen Getreide und Gemüse sei. „Das sind dann Rohstoffe und Produkte, die bereits vor Ort sind. Weil sie hier erzeugt wurde“, verdeutlichte sie. Der Landwirtschaftliche Hauptverein fordert von der Politik und Wirtschaft, die Landwirtschaft nicht aus den Augen zu verlieren und gemeinsam Lösungen zu finden.

Jens Tammen
Stv. Redaktionsleitung
Angesichts des geplanten Ausbaus der Energiegewinnung warnt der Landwirtschaftliche Hauptverein davor, wertvolles Ackerland einfach zu versiegeln.
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