Emden
Bild: Gaby Wolf
Da war Ekaterina Hahn (rechts) glücklich: Dank der Expertise der Pomologen Sabine Fortak (Königslutter) und Michael Ruhnau (Bülstedt) weiß sie nun, dass sie einen Apfelbaum der Sorte „Jamba“ im Garten hat. Im Hintergrund: Heinz Hugen, Mitglied im Verein Blühendes Emden.Bild: Gaby Wolf
Emden

Apfelbestimmungstag in Emden
Emder entdecken die Vielfalt der Äpfel im eigenen Garten

Der erste öffentliche Bestimmungstag für Äpfel und Birnen aus dem eigenen Garten ist auf große Resonanz gestoßen. Eingeladen hatte der Verein blühendes Emden.

Emden Das Strahlen wollte Manfred Hallwaß am Mittwoch gar nicht wieder vom Gesicht weichen. So froh war der Vorsitzende des Vereins Blühendes Emden über die Resonanz auf den ersten öffentlichen Bestimmungstag der Obstsorten-Bewahrer. Schon in der ersten von zwei Aktionsstunden in der Turnhalle der Grundschule am Wall reihten sich nach und nach um die 40 Besucher mit Äpfeln und Birnen aus dem eigenen Garten in die Warteschlange vor dem Expertentisch ein.

Dort hatten die erste Vorsitzende des deutschlandweit einzigen Pomologen-Vereins, Sabine Fortak aus Königslutter, und Sortenkenner Michael Ruhnau aus der Nähe von Bremen Platz genommen, um die mitgebrachten Ernten zu begutachten – und im Optimalfall zweifelsfrei zu bestimmen, welche längst vergessene Sorte der Opa da damals vor 70 Jahren eigentlich gepflanzt hat. Beim Ehepaar Harms aus Harsweg zum Beispiel hat genau das geklappt. Der vorgelegte Lagerapfel, der bei kühler Platzierung bis zum April die richtige Reife für Kuchen und Mus entwickelt, entpuppte sich als „Ontario“.

Von „James Grieve“ bis „Cox Orange“

Andere Besucher wissen nun, dass sie „James Grieve“, „Jamba“ und „Cox Orange“ im Garten haben. Doch nicht immer konnten die Experten auf Anhieb helfen – etwa bei den schwer zu bestimmenden Säulenäpfeln. Einer davon wurde zwar dem äußeren Aussehen nach als „Bolero“-Kandidat eingestuft, doch Geschmack, Kerngehäuse und Fruchtfleischfarbe ließen Zweifel offen. Eine andere Apfelsorte fanden Fortak und Ruhnau so spannend, dass sie davon einige Exemplare mitnehmen wollen, um genauer nachzuforschen, ob es sich tatsächlich um den vermuteten „Northern Spy“ handelt. Dieser „Späher des Nordens“ wurde um 1800 in East Bloomfield (New York) als Zufallssämling entdeckt – und würde sich auch in der Sammlung des Vereins Blühendes Emden gut machen. Denn der ist immer auf der Suche nach erhaltenswerten alten Sorten. Insa Lottmann vermerkte ihn schon mal als möglichen Kandidat für die Nachzucht – ebenso wie die zweifelsfrei bestimmte Sorte „Stahls Winterprinz“.

„Gelbe Emderin“ muss noch warten

Weniger Glück hatte der Verein bei der Lösung des Rätsels, ob er zumindest mit einem der wilden Apfelbäume von der Bahnunterführung Petkumer Straße eine komplett neue Emder Sorte entdeckt hat (wir berichteten). Die Nachzucht des inzwischen gekappten Baumes hat jedoch leider nur einen vorzeigbaren Apfel hervorgebracht. Um Sicherheit beim Bestimmen zu haben, benötigen die Experten aber fünf. Die „Gelbe Emderin“ muss also weiter auf ihren möglichen Titel warten.

Der erste öffentliche Bestimmungstag für Äpfel und Birnen aus dem eigenen Garten ist auf große Resonanz gestoßen. Eingeladen hatte der Verein blühendes Emden.
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