Friesoythe Es ist nur eine kleine Sackgasse, die von der Thüler Straße abgeht. Vom Wendeplatz aus kann man zu Fuß direkt in die Allee des Friesoyther Stadtparkes gelangen. Der Namensgeber dieser etwas mehr als 100 Meter langen Straße wohnte nur wenige hundert Meter entfernt, im Amtshaus, dem ältesten Teil des heutigen Ratshausensembles. Es handelt sich um den Amtshauptmann Johann Ernst von Heimburg.

Geboren wurde er am 8. November 1833 in Friesoythe. Zu der Zeit war sein Vater Emil Hans Ernst von Heimburg hier in der Stadt Beisitzer des Amtsgerichtes. Später zog es ihn als Oberamtsmann nach Jever. Diesem beruflichen Werdegang sollte sein Sohn Johann Ernst folgen. Nach seinem Jurastudium in München, Tübingen und Göttingen kehrte er zunächst als Beamter nach Oldenburg und Delmenhorst zurück. Dann machte er als Amtsmann und später Amtshauptmann Karriere in den damaligen Ämtern Damme, Friesoythe und Cloppenburg.

In Friesoythe war er von 1878 bis 1884 als Verwaltungsbeamter tätig. Unter seinem Wirken sollte die Gegend regelrecht aufblühen, heißt es in einem Beitrag in der Nordwest-Zeitung aus dem Jahr 1957. Er soll durch sein Handeln die damals arme und dünn besiedelte Region kultiviert haben. Auch soll er maßgeblich den Bau der Eisenbahnstrecke Cloppenburg-Friesoythe-Ocholt vorangetrieben haben, die 1906 in Betrieb ging.

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Ihm wird auch ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl nachgesagt und er galt durch seine besonnene Art als volkstümliche Persönlichkeit. Er soll sich auch dann und wann mit der herrschenden Elite angelegt und auch das offene Wort nicht gescheut haben.

Doch er wäre im Laufe eines Jahrhunderts wohl in Vergessenheit geraten, wenn er nicht auch noch weitere Talente an den Tag gelegt hätte. Er war nämlich auch Schriftsteller, Dichter und Zeichner. Sein wohl bekanntestes Werk ist „Der Geldschrank-Diebstahl zu Friesoythe“. In Versform beschreibt er auf mehreren Seiten eine kleine Gaunergeschichte, die sich so ähnlich Ende des 19. Jahrhunderts tatsächlich in Friesoythe abgespielt hat. Zu dieser Dichtung gehören auch 40 Zeichnungen, die diese Geschichte illustrieren.

Da der bekannte Wilhelm Busch zur gleichen Zeit lebte, kam man um einen Vergleich nicht herum und von Heimburg wurde der beachtliche Titel „Wilhelm Busch des Oldenburger Münsterlandes“ zugesprochen.

Johann Ernst von Heimburg starb am 20. Oktober 1912 in Bad Schartau bei Lübeck.

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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