Landkreis Aurich Die Auricher Tafel nimmt für die nächsten vier Wochen - bis zum 31. August - keine neuen Kunden mehr an, hat Matthias Caspers, Geschäftsführer der Diakonie angekündigt, weil es aus Supermärkten und weiteren Einrichtungen keine Waren mehr gibt. Grund sind die steigenden Preise von Lebensmitteln und Energie durch den Ukrainekrieg.

Die Zahl der Flüchtlinge nimmt zu

Außerdem strömen neben den üblichen Kunden nun auch immer mehr Flüchtlinge in den Landkreis Aurich, die sich ebenfalls bei den Tafeln mit dem Alltäglichen eindecken. Während der vergangenen beiden Jahre war der Zulauf eher verhalten, weil Corona die Menschen abhielt. Im November hatten 200 Personen einen Ausweis, um sich Essen aus der Tafel zu holen. Pro Familie kann ein Ausweis abgegeben werden. Fünf Euro werden für eine Lebensmittelbox bezahlt, aber es gibt auch Einzelpersonen, die 1,50 Euro für eine Lebensmittelbox, gefüllt mit Obst, Gemüse, Fleisch und Milcherzeugnissen hinlegen.

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Und die Zahl wächst wieder. „Die Schamgrenze sinkt, weil der finanzielle Druck steigt“, sagt Caspers. Allein bei den Tafeln in Südbrookmerland und Großefehn sind die Zahlen zwischen 15 und 20 Prozent gestiegen. Als Gründe nennt er höhere Preise, aber auch Kurzarbeit oder andere Engpässe. Gleichzeitig sinken die Spenden aus den Läden für die Tafeln, weil nicht mehr so viel Ware abgegeben wird.

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Weniger Spenden für die Tafeln

Bereits in den Supermärkten beginnt der Kampf und die täglichen Lebensmittel. Durch die höheren Preise greifen Kunden immer öfter zu den günstigeren Angeboten oder auch Konserven.

Die Ladeninhaber kalkulieren zudem mit noch spitzerem Bleistift. Appelle an die Bevölkerung, etwas für die Tafeln zu spenden, bleiben oft ohne Wirkung. Zwar wird über eine Reduzierung der Öffnungszeiten der Tafel nachgedacht, so Caspers, doch dadurch würden voraussichtlich noch mehr Kunden kommen. Auch über eine Halbierung der Nutzung des gültigen Tafel-Ausweises von einem Jahr auf nur noch ein halbes Jahr wird nachgedacht. „Lebensmittel nachkaufen dürfen wir nicht. Das ist gegen unsere Grundsätze“, so der Geschäftsführer.

Auricher Tafel

Die Auricher Tafel gibt es seit 15 Jahren, weitere drei Tafeln in Südbrookmerland, Großefehn und Friedeburg sind mit in dem Pool. Die Tafeln haben den Anspruch, Armut zu lindern und Lebensmittel zu retten.

70 ehrenamtliche Mitarbeiter sind in der Auricher Tafel und in den Kommunen tätig. Angeboten werden Lebensmittel, beispielsweise aus Supermärkten, die nicht verkauft werden. Darunter Brot, Gemüse, Obst oder auch Molkereiprodukte und eingeschweißte Käse oder Wurst.

Befürftige Menschen nutzen die Tafel Nutzen können die Tafel nur bedürftige Menschen, die einen Tafel-Ausweis vorzeigen können. Das sind beispielsweise Rentner, Alleinerziehende oder andere Bedürftige.

Der Tafel-Ausweis berechtigt zum Einkauf. Er wird bei der Diakonie ausgestellt, wenn die Bedürftigkeit nachgewiesen werden kann.

Der Betrieb in den vier Einrichtungen in Aurich, Großefehn, Friedeburg und Südbrookmerland ist kostenträchtig, denn überall steigen die Unterhaltskosten durch höhere Spritpreise, Gas und Strom. Einnahmen verbucht die Tafel nur über Spenden. Geldspenden sind willkommen.

Waren-Spenden erhofft man sich, indem man sich direkt an die Großhändler herantritt. Hilfreich wäre es, wenn Kunden in Supermärkten zwei statt einen Artikel kaufen würden, um der Tafel damit etwas zu spenden.

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