Als Königin der Blumen zählen die Rosen seit Jahrhunderten zu den beliebtesten Zierpflanzen. Gezüchtet werden sie seit über 4000 Jahren in den Gärten Chinas, und bereits die Römer schätzten ihren betörenden Duft. Natürlich fehlten auch in den Burg- und Bauerngärten des Mittelalters diese Blumen nicht, bekannt war aber nur ein knappes halbes Dutzend an Arten.

Wenig Pflegearbeit

Erst Anfang des 19. Jahrhunderts wuchs die Zahl der Rosenarten schwunghaft. Durch die Sammelleidenschaft der französischen Kaiserin Josephine (1763–1814) wurden in ihrem Garten über 200 verschiedene Rosensorten angepflanzt und daraus etliche 100 Kreuzungen hervorgebracht. Heute gibt es Tausende von Rosen, und der Formen- und Farbenvielfalt sind kaum Grenzen gesetzt.

Bei den Neuzüchtungen kam es vor allen Dingen auf die Schönheit der Blüten an, auf der Strecke blieben oft Robustheit und Duft. So ist es heute keine Seltenheit, dass Rosenliebhaber über ständige Krankheiten ihrer Pflanzen klagen oder sie mit viel Aufwand an Pflegemitteln und Giften kultivieren. Kein Wunder also, dass in jüngster Zeit wieder Wildrosen hoch im Trend stehen, die unempfindlich gegen Krankheiten und Kälte sind, wenig Pflegearbeit erfordern und deren Blüten zudem betörend duften.

Am unempfindlichsten und wuchswilligsten sind Wildrosen mit strauchigem Wuchs, die sich über Ausläufer verbreiten. Sie bilden blütenübersetzte Hecken, die sich für jeden naturnahen Garten anbieten. Am Gartenrand gepflanzt, bilden sie einen guten Windschutz und bieten der Tierwelt Unterschlupf und Nahrung.

Für solch eine Pflanzung gut geeignet sind zum Beispiel die Hundsrose (Rosa canina), die Weinrose (R. rubiginosa), die Essigrose (R. gallica) und die Kartoffelrose (R. rugosa). Es entstanden auch viele Neuzüchtungen aus den Wildrosen, die Schönheit und Gesundheit aufweisen. Je nach Art werden die Pflanzen ein bis fünf Meter hoch und blühen weiß, gelb oder rot in meist einfachen, ungefüllten Blüten, die sich bei einigen Sorten bis zu den ersten Frösten zeigen.

Wichtige Nahrungsquelle

Vom Sommer bis in den Herbst hinein sind die Blüten ständig von Fluginsekten umlagert, die dort Nahrung suchen. Besonders gut kann man die Arbeiterinnen der Hummeln beobachten, wie sie mit viel Geschick Pollen sammeln. Oft hört man sie schon von weitem in den Rosenhecken brummen. Diese Laute entstehen durch die Vibration ihrer Brustmuskulatur. Die trockenen Pollen der Rose fallen dadurch auf ihr Haarkleid, anschließend füllen sie diese in ihre „Höschen“. Bienen würden für die Aufnahme derselben Menge Pollen viel mehr Zeit benötigen, da sie nicht über das Gewicht der Hummeln verfügen.

Aber nicht nur Erdhummeln und Honigbienen kann man an den Blüten antreffen. In naturnahen Gärten sind auch schnell Blattrosenkäfer, Grabwespen und Steinhummeln zur Stelle. Die Blätter der Wildrosen dienen als Raupenfutter eines Schmetterlinges, dem Kleinen Nachtpfauenauge. Und die sich zahlreich bildenden Hagebuttenfrüchte sind Nahrung für Dompfaff, Grünfink, Kernbeißer und sogar den Igel. Bedenkt man zudem, dass die Wildrosen zusätzlich ein wertvolles Vogelschutzgehölz mit Brut- und Versteckmöglichkeiten darstellen, sind diese duftenden Blütenhecken eine Bereicherung für den Garten.

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