Krankheiten wie Rutensterben, Mosaikvirus, Wurzelfäule und madige Früchte haben in vielen Gärten den Anbau von Himbeeren vergällt. Erfolge mit Züchtungen, die sich inzwischen in der Praxis bewährt haben, garantieren heutzutage jedoch einen Anbau ohne Probleme.

Lockerer Boden

Immer beliebter sind inzwischen die Herbstsorten, die vom August bis in den Oktober Früchte tragen. Sie leiden nicht am Rutensterben, da alle Triebe im Herbst abgeschnitten werden, und auch der Himbeerkäfer befällt sie nicht, da sich die Früchte erst nach der Flugzeit dieses Käfers bilden. Empfehlenswerte Sorten, wie zum Beispiel „Autumn Bliss (Blissy)“, sind ferner resistent gegen Viren übertragende Blattläuse, widerstandsfähig gegen Wurzelfäule, lassen sich zudem gut im Topf auf Balkon und Terrasse halten und sind in der Haltung robust und anspruchslos.

Aber auch unter den Sommersorten, die geschmacklich am besten benotet wurden, gibt es empfehlenswerte Sorten wie „Meeker“, „Niniane (Rubaca)“, „Rutrago“ und „Rusilva“, die alle als wenig empfindlich für das Rutensterben und als nicht anfällig für Blattläuse gelten, die die Virusüberträger sind. Himbeeren sind selbstbefruchtend, bringen aber mehr Ertrag bei Fremdbefruchtung. Deshalb lohnt es sich immer, mehrere Sorten nebeneinander anzubauen.

Das Frühjahr ist eine geeignete Zeit, neue Bestände anzulegen, die gut ein Dutzend Jahre reichlich tragen. Wichtig ist ein vollsonniger Standort mit tiefgründigem, lockeren und nahrhaften Boden, Staunässe wird überhaupt nicht gut vertragen. Für eine Daueranlage werden um zwei kräftige Holzpfosten Spanndrähte gezogen, zwischen die man später die Pflanzen steckt, so dass sich ein Anbinden erübrigt.

Besonders bei leichten Böden hebt man einen Pflanzgraben einen halben Meter tief aus und füllt ihn mit humusreichem Kompost, dem man auch gut Laub- oder Nadelstreu, Gesteinsmehle und etwas Kalk beifügen kann. Der Pflanzabstand beträgt etwa 50 Zentimeter. Vor dem Eingraben werden die Wurzeln etwas und die Triebe stark zurückgeschnitten.

Empfindliche Wurzeln

Eine Düngung der Himbeerbestände erfolgt am besten immer über eine Mulchung oder mit reifem Kompost. Bei einer einseitigen Stickstoffdüngung wachsen die Triebe zwar kräftig, die Blüten- und Fruchtbildung ist aber gehemmt.

Als Vertreter des Waldrandes wünschen Himbeeren immer eine Bodenbedeckung. Unter den Reihen kann man bis zum Sommer eine Gründüngung aus Leguminosen aussäen, die über Winter abfriert und als schützende Mulchschicht liegen bleibt. Ebenso besteht bis zum Sommer noch die Möglichkeit, diese Kali liebenden Pflanzen mit gut verrottetem Schweinemist zu düngen. Der Mist wird nur in die Mulchschicht eingearbeitet oder auf die Oberfläche gestreut, ein Hacken oder Einarbeiten in den Boden würde die flachen Wurzeln verletzen.

Dieselbe Wirkung erreicht man auch mit Holzasche, die einen hohen Kalianteil aufweist. Daneben enthält Holzasche aber auch einen Anteil von 25 Prozent Kalk. Da Himbeeren einen leicht sauren Boden wünschen – ideal ist ein pH-Wert zwischen fünf und sieben –, darf nicht zu viel Holzasche verwendet werden.

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