Die Blätter dieses Wintersalates sind wegen ihrer weinroten Farbe mit weißer Zeichnung und ihres knackigen Geschmacks nicht nur eine farbige Bereicherung der winterlichen Salate. Wie alle Zichoriengewächse haben sie den leicht bitteren Geschmack, der appetitanregend wirkt und enthalten zudem reichlich Vitamine und Mineralstoffe. In Italien ist Radicchio als pikanter Salat schon lange bekannt und beliebt, und in den vergangenen Jahren erobert er auch bei uns zunehmend den Markt und lohnt sich für eine Kultur im Garten.

Frostharte Sorten

Ein Anbau ist in unseren Breiten unproblematisch. Wie für alle Wintersalate ist jetzt der richtige Aussaattermin. Mit den Aussaatzeiten legt man auch den späteren Erntetermin fest. Deshalb sind Folgesaaten empfehlenswerter als plötzlich im Spätherbst einsetzende Massenernten bei einer Aussaat. Für die Herbsternte, die bis in den Dezember geht, empfiehlt sich eine Aussaat von Ende Juni bis Mitte Juli; Samen, die vor Mitte Juni in den Boden gebracht werden, laufen Gefahr zu schießen, bevor sich ein Kopf bildet. Für die Ernte im Frühjahr sät man von Mitte Juli bis Mitte August aus; bei einer Aussaat und Kultur im Gewächshaus verschieben sich die Zeiten um einen Monat nach hinten.

Wichtig ist es auch, die richtigen Sorten auszusäen. Für die Herbsternte lassen sich „Marina“, „Palla rossa“ und „Prima rossa“ empfehlen. Sie eignen sich hingegen nicht für eine spätere Aussaat und zum Überwintern. Dafür sind nur die relativ frostharten Sorten „Roter von Verona“ und „Venettia“ geeignet.

Die Samen werden mit einem Reihenabstand von 25 Zentimetern etwa zwei Zentimeter tief und dünn ausgesät, der Boden angeklopft und bis zur Keimung gleichmäßig feucht gehalten. Nachdem sich die kleinen Pflänzchen gebildet haben, vereinzelt man sie in der Reihe auf 15 bis 20 Zentimeter. Radicchio benötigt nahrhaften und humosen Gartenboden sowie einen sonnigen Standort. Vier bis sechs Wochen nach der Aussaat kann noch eine organische Düngung, zum Beispiel mit verdünnter Pflanzenjauche, vorgenommen werden.

Auf den Beeten entwickelt dieser Wintersalat erst einmal längliche dunkelgrüne Blätter, die nicht zum Verzehr gedacht sind. Bei den Herbstsorten bilden sich im Oktober in der Mitte der Pflanzen dann die knapp faustgroßen Köpfchen, die ihre rotweiße Farbe erst nach der Einwirkung kühler Herbstnächte entwickeln.

Lagerung im Keller

Ab diesem Zeitpunkt wird laufend bis zu den ersten stärkeren Frösten geerntet. Dazu schneidet man die Pfahlwurzel gut drei Zentimeter unterhalb der Rosette ab, um diese nicht zu verletzen. Allerdings sollte man nur bei frostfreiem Wetter ernten, da die gefrorenen Blätter im Haus bei der Salatzubereitung zusammenfallen und unansehnlich werden. Drohen stärkere Fröste im November, die Pflanzen halten Temperaturen bis minus fünf Grad ohne Schäden aus, lohnt es sich, die für die Herbsternte vorgesehenen Pflanzen mit Wurzelballen in Kästen einzuschlagen und frostfrei bis zum Verbrauch im Keller zu lagern.

Bei den überwinternden Sorten wird das Laub im Spätherbst fünf Zentimeter über dem Boden abgeschnitten, ohne die Knospenanlage zu verletzen. Erst danach bildet der Radicchio seine Rosette. Über Winter schützt man diese Sorten mit einer Abdeckung aus Reisig. Die Ernte der überwinternden Pflanzen beginnt dann je nach Witterung und Lage von Ende Februar bis Mitte März. Die Köpfchen sind zu ernten, ehe die Pflanzen in Blüte schießen.

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