Nach der Ernte der Kirschen ist es ratsam, sich etwas Zeit für die Pflege der Bäume zu nehmen. Krankheiten wie die Monilia-Spitzendürre sind zu bekämpfen, und gerade bei Kirschen bietet sich ein Sommerschnitt an.

Zeigen sich absterbende Triebe an den Bäumen, ist dafür der Monilia-Pilz verantwortlich, der in alten Blütenständen und Fruchtmumien oder als Pilzgewebe auf den Zweigen überwintert. Durch Wind, Regen und Insekten wird er im Frühjahr über die Blüten verbreitet und befällt im Herbst verletzte Früchte.

Besonders anfällig sind die Schattenmorellen. Bei Sauerkirschen sterben nach dem Befall die jungen Triebe, bei Süßkirschen die Blütenbüschel ab. Ist der Schaden eingetreten, kommt jede Behandlung mit Mitteln zu spät. Der Griff zur Schere ist am sinnvollsten. Alle abgestorbenen Triebteile werden bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten. Alle paar Tage ist Nachschau zu halten und bei Bedarf neu zu schneiden. Verbleiben die erkrankten Äste oder Früchte am Baum, geht von ihnen im nächsten Frühjahr die erneute Infektion aus.

Sinnvoll ist es, eine Reihe an vorbeugenden Maßnahmen zu ergreifen, um diese Pilzerkrankung einzudämmen. Zuallererst sollten alle Früchte (Äpfel, Pflaumen), die von der Monilia-Fruchtfäule befallen sind, aus dem Gartenbereich entfernt werden. Bei Neuanpflanzungen von Sauerkirschen sind moniliafeste beziehungsweise wenig anfällige Sorten vorzuziehen wie „Heimanns Rubinweichsel“, „Morellenfeuer“ oder „Ludwigs Frühe“. Ein jährlich durchgeführter Obstbaumschnitt erhöht ebenfalls die Widerstandskraft gegen Monilia.

Grundsätzlich kann ein Schnitt im Sommer bei allen Obstarten vorgenommen werden, da die Wundheilung vor dem Herbst noch kräftig einsetzt. Bei Kirschen ist er besonders zu empfehlen. Beim Sommerschnitt im Juli und August werden durch das Entfernen nicht verwertbarer Triebe gerade in jungen Bäumen wertvolle Nährstoffe nicht sinnlos vergeudet.

Beim Sommerschnitt der Kirsche schneidet man immer auf Astring zurück, da die Stummel eintrocknen würden. Bei Sauerkirschen, die ohne Schnitt die nur noch an den Spitzen beblätterten Peitschentriebe ausbilden, wird nach der Ernte auf Jungtriebe in der Nähe der Astbasis abgeleitet. Gerade bei der Süßkirsche kann man die starkwüchsige Jugendentwicklung durch einen Sommerschnitt abbremsen.

Lade
Pflanz-O-Mat
...