Caen Als Helene Langehagenberg ihre Silbermedaille noch feierte, atmete Kristina Sprehe bereits in den Katakomben des umgebauten Fußballstadions des SM Caen tief durch. „Ich bin zufrieden. Ich glaube, wir haben uns hier in allen drei Prüfungen bestens präsentiert“, sagte die 27-Jährige aus Dinklage (Kreis Vechta), die am Freitag bei den Weltreiterspielen in Frankreich in der Dressur-Kür den vierten Platz belegte. Zuvor hatte sie bei der WM mit dem Team Gold und im Special Bronze gewonnen.

„Es war heute super anstrengend“, sagte Sprehe nach ihrem letzten Auftritt in Caen. „Desperados war müde, umso mehr musste ich oben arbeiten“, berichtete sie. Dass sie mit zwei Medaillen nach Hause fahren darf, damit habe sie im Vorfeld nicht gerechnet. „Desperados war die ganze Woche wirklich klasse. Ich bin sehr stolz auf ihn. Die WM war für mich ein aufregendes und unvergessliches Erlebnis. Wir hatten ein Spitzen-Team und die Stimmung war super“, bilanzierte eine glückliche Sprehe gegenüber dieser Zeitung.

Den Sieg in der Kür sicherte sich die Britin Charlotte Dujardin (92,198 Prozentpunkte). Hinter Langehagenberg auf Damon Hill (88,286). gewann die Niederländerin Adelinde Cornelissen auf Parzival (85,679) Bronze. „Jetzt noch mal Silber, das ist überwältigend“, kommentierte Langehanenberg ihren zweiten Platz. Sprehe kam auf 83,125 Prozentpunkte.

Das deutsche Vielseitigkeits-Team hat derweil am Freitag dank einer guten Vorstellung von Sandra Auffarth aus Ganderkesee (Landkreis Oldenburg) nach dem zweiten Wettkampftag der Dressur die Führung behauptet. Die Equipe von Bundestrainer Hans Melzer kam nach der ersten von drei Disziplinen auf 116,9 Punkte und startet an diesem Sonnabend von der Pole Position zum Ritt durchs Gelände. Es folgen Neuseeland (125,5) und die USA (138,8) auf den Plätzen.

Die Olympia-Dritte Auffarth überzeugte mit dem zwölf Jahre alten Wallach Opgun Louvo als Schlussreiterin und setzte sich mit 35,2 Punkten an die Spitze der Einzelwertung. Dirk Schrade (Sprockhövel) hatte zum Auftakt des zweiten Tages im Sattel des 15-jährigen Wallachs Hop und Skip mit 45,3 Punkten für ein beruhigendes Ergebnis gesorgt. „Ich bin noch nie so eine gute Dressur geritten“, sagte Schrade.

Die 27-jährige Auffarth führt im Einzel-Klassement deutlich vor dem Briten William Fox-Pitt mit Chilli Morning (37,5). Michael Jung (Horb/40,7) folgt mit Ersatzpferd Rocana auf Rang vier, Ingrid Klimke (Münster/41,2) und Schrade liegen auf den Plätzen fünf und 13. Deutschland will in Caen unbedingt Mannschaftsgold gewinnen, weil es der einzige große Titel ist, der in der aktuellen Sammlung noch fehlt. An diesem Sonnabend wird das Programm mit dem Geländeritt in Haras du Pin, dem Sitz des französischen Nationalgestüts, fortgesetzt. Am Sonntag werden nach dem Springen die Medaillen vergeben.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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