Westerstede /Essen Unter Ausschluss der Öffentlichkeit haben auch die Reiterinnen und Reiter den Wettkampfbetrieb wieder aufgenommen. Vielseitigkeits-Olympiasiegerin Sandra Auffarth aus Ganderkesee (Kreis Oldenburg) startete direkt mit einem Sieg, sie gewann bei den Horse Trials in Westerstede im Sattel von Rosveel den CCI2*L-Wettbewerb, also die Langprüfung. Bei dem internationalen Vielseitigkeitsturnier wurden auch zwei Kurzformat-Wettbewerbe (CCI2*S und CCI3*S) sowie weitere Prüfungen der Klasse A angeboten.

Flexibilität ist gefragt

„Das ist mein erstes Vielseitigkeitsturnier seit Beginn der Corona-Zeit. Daher freue ich mich riesig, hier zu sein und wieder die Turnieratmosphäre zu erleben“, sagte Auffarth, die 2012 in London mit ihrem Erfolgspferd Opgun Louvo Mannschafts-Gold bei den Sommerspielen gewonnen hatte. „Wegen Corona konnte ich meinen ganzen Turnierkalender in den Müll werfen“, erklärte Auffarth. „Jetzt muss man flexibel sein und von Turnier zu Turnier denken“, sagte die 33-Jährige. In zwei Wochen will sie bei einem Turnier in Luhmühlen antreten.

Flexibilität war auch vom Ammerländer Reitclub gefordert, der das Turnier auf die Beine gestellt hat. „Der Termin für dieses Turnier stand schon länger fest, wir haben allerdings erst am 28. Mai das Okay bekommen, es wirklich ausrichten zu dürfen“, sagte Silke Meyer, Pressesprecherin des Clubs: „Daher war alles sehr kurzfristig. Dafür haben wir das aber ordentlich hinbekommen.“ Die Horse Trials seien das erste internationale Vielseitigkeitsturnier weltweit, das wieder stattfinden durfte. So waren auch einige Reiterinnen und Reiter aus Belgien, den Niederlanden, der Schweiz, Schweden und sogar Japan und Indien dabei. „Die meisten der ausländischen Reiter trainieren auch normalerweise in Deutschland und hatten mit der Anreise kein Problem“, sagte Meyer: „Allerdings gab es auch Teilnehmer, die gemeldet hatten, aber nicht hierher anreisen durften.“

Das Turnier stieß bei den Teilnehmern auf Begeisterung. „Der Parcours im Gelände war für das allererste Turnier nach der langen Pause total angemessen und super dafür, die Pferde wieder für die Prüfungen in Gang zu bekommen“, sagte Auffarth, die auch bei der Planung der Veranstaltung geholfen hatte: „Es waren alle Arten von Hindernissen dabei, perfekt für die Pferde.“

Andreas Ostholt aus Warendorf, der mit Höhenflug bei Auffarths Sieg den zwölften Platz belegte, pflichtete der Siegerin bei: „Nach der langen Pause fehlen den Pferden einfach noch die Routine und das Selbstvertrauen. Aus dieser kuriosen Situation hat der Ammerländer Reitclub das Beste gemacht und gezeigt, dass auch in der Corona-Zeit Reitturniere stattfinden können“, betonte Ostholt. Es fühle sich zwar merkwürdig an, aufgrund der Hygiene- und Sicherheitsvorschriften nach der Prüfung sofort wieder zurück in den Stall reiten zu müssen. Aber auch das funktioniere „alles ohne Probleme“.

Freese gewinnt Dressur

In Essen-Herbergen (Kreis Cloppenburg) fand indes die erste Station der Dressur-Serie Burg-Pokal statt. Das Turnier gewann Isabel Freese aus Norwegen auf ihrem Hengst Fürsten-Look mit 74,585 Prozent. Olympiasiegerin Isabell Werth hatte ihren Start kurzfristig abgesagt.

Freese sicherte sich damit früh den Startplatz für das Finale in der Frankfurter Festhalle, das für Mitte Dezember geplant ist. Das Finale 2019 hatte Freese gewonnen.

Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
Lars Puchler Redakteur / Lokalsport Ammerland
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