Rastede Schock beim 65. Oldenburger Landesturnier in Rastede: Beim Geländeritt der Vielseitigkeitsprüfung der Klasse L ist am Freitagabend ein Pferd gestorben. Der Hengst Likoto von Merle Wewer (PSV Löningen-Ehren) stürzte an dem für die Zuschauer nicht einsehbaren, feststehenden Hindernis 11b im Wald des Schlossparks.

Dabei verletzte sich das Tier so schwer, dass es von den sofort zur Hilfe geeilten Not-Tierärzten nicht mehr gerettet werden konnte. Die Reiterin blieb unverletzt. Der Wettkampf wurde nach einer 30-minütigen Unterbrechung fortgesetzt. Die Entscheidung in der Vielseitigkeit (A und L) fällt an diesem Sonnabend im abschließenden Springen.

„Das Pferd bewältigte den ersten Sprung ohne Schwierigkeiten, kam danach aber ins Straucheln, fiel hin und blieb liegen“, sagte der zuständige Hindernisrichter Dr. Uwe Bruns, der selbst Tierarzt ist. Sein Kollege Dr. Hans-Hermann Lagershausen aus Berne war kurz darauf vor Ort.

Zunächst hatte das Pferd noch versucht, sich aufzurichten. Danach sackte es laut Augenzeugenberichten jedoch wieder zusammen. Die Ärzte wollten das Tier mit einer Pferdeambulanz, in der es liegend transportiert werden kann, in eine Spezialklinik bringen, um es dort genauer zu untersuchen.

Nachdem es narkotisiert und vor Ort genauer untersucht worden war, wurde es aber schließlich zur traurigen Gewissheit: Dem Pferd, mit dem Wewer seit 2009 an nationalen Wettkämpfen und sogar deutschen Meisterschaften teilgenommen hatte, war nicht mehr zu helfen.

„Sie waren sehr schnell unterwegs“, beschreibt Julia Raker, die Augenzeugin des tragischen Unfalls war: „Den ersten Sprung schafften sie noch, die Stufe dahinter haben sie aber nicht mehr gekriegt. Das Pferd hat die Beine nicht mehr voreinander bekommen.“

Merle Wewer gilt als eine erfahrene Reiterin, die schon weitaus schwierigere Prüfungen absolvierte. Ihr Pferd war nach Angaben der Veranstalter genauso erfahren und in guter konditioneller Verfassung. Dies bestätigte auch die Besitzerin des Pferdes. Der technische Delegierte und der Kommissionsbeauftragte hatten den Kurs zuvor ohne Beanstandungen abgenommen.

„In 65 Jahren Oldenburger Landesturnier haben wir in der Vielseitigkeit viele, viele, schöne Ritte gesehen, und nie ist etwas Vergleichbares passiert“, sagte Turnierleiter Jan-Christoph Egerer: „Diesen tragischen Unfall bedauern wir zutiefst.“

Der erneute Todesfall eines Vielseitigkeitspferdes hat die Diskussion um diese Reitsportdisziplin, die aus Dressur, Geländeritt und Springen besteht, wieder entfacht. Pfingsten war beim Turnier in Wiesbaden das Olympiapferd King Artus von Dirk Schrade aus Sprockhövel gestorben. In Luhmühlen kam P’tite Bombe des Franzosen Emeric George zu Tode.

2007 hat ein Todesfall schon einmal die Oldenburger Reiterei in einen Schockzustand versetzt. Bei der DM starb Tina Richter-Vietor aus Ganderkesee, nachdem sie bei einem Sturz von ihrem Wallach Paulchen Panther erdrückt worden war.

Das Pferd war an einer querliegenden Eiche auf 1,10 Meter Höhe hängen geblieben und hatte seine erfahrene Reiterin über die Naturhürde katapultiert. Dem stolpernden Pferd passierte damals indes nichts.

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Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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