RASTEDE Ja, die Kommentatoren. Fußballfans schicken die Simons oder Poschmanns am liebsten in die Wüste. Die Reitsport-Kenner in Rastede jedoch setzen Bernd Menke auf einen Turm. Von dort kommentiert er die Geländeritte der Vielseitigkeit. Und alle Zuschauer spüren zwischen Wassergraben, Holzstoß und Schweinerücken: Ohne Menkes weiten Blick und knappe Sätze verlieren sie an der Strecke die Übersicht.

Noch undurchsichtig ist vor dem abschließenden Jagdspringen an diesem Sonnabend (11.55 Uhr) die Lage in der Meisterschaftsklasse L. Entschieden ist nach Dressur und Geländeritt noch nicht viel. Außer: Der Kreis der Titelfavoriten hat sich auf Johanna Wetjen (Ammerländer RC) mit Wild West Charly, Gelände-Siegerin Jule Wewer (Löningen) mit Just Kito, Dörte Kruse (Schierbrok) mit Dusty und die Dressur-Erste Janna Horstmann (Ganderkesee) mit Stachus eingeengt.

Um nicht mit den Vierspännern zu kollidieren, waren die Vielseitigkeitsreiter diesmal auf den Freitag ausgewichen. Military-Obmann Uwe Meyer hatte mit 3130 Metern Streckenlänge, 22 Hindernissen, 28 Sprüngen und sechs Minuten Zeitvorgabe ordentliche Anforderungen gestellt. Nur drei von elf Startern hielten dieses Limit ein. „Ein Viertel, durchaus normal“, befand Meyer. Trotz tiefen Bodens gab es nur fünf Verweigerungen und eine Aufgabe.

Die 41 A-Reiter müssen eine 2680-Meter-Distanz in 5:22 Minuten gehen. Im Gegensatz zum Vorjahr liegen diesmal am Wassergraben keine Stolpersteine. Offenbar hatten die Reiter gelernt, ihre Pferde kurz anzufassen und ihnen konsequent die Richtung vorzugeben. Dafür rumpelt es überraschend beim Aufsprung auf den Wall.

Um den Gesamtsieg kämpfen an diesem Sonnabend (10.30 Uhr) Lisa Kleine Lamping (Lindern) auf Warubinea und Svenja Hempel (Ganderkesee) auf La Bonita Picula. Der Rückstand der Gelände-Besten Wiebke Hillmer (Ovelgönne) und Gordanos aus der Dressur dürfte zu hoch sein.

Menke fügt verbal alle Teile vom einsehbaren Reitgelände mit den unsichtbaren aus dem Wald zusammen. Satzungetüme bastelt er dazu nicht. Er bleibt authentisch. Wenn er sagt: „Das Wasser ist so eine Klippe“, dann ist das eine gewagte Konstruktion.

Doch etwas Lautmalerei muss auch bei einem dezenten Kommentator sein. Da kostet er das Hindernis namens „Futterrrrraupe“ aus und lobt die ungewohnt „strrrrahlende Sonne“ – das sind sehr nette Varianten.

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