Rastede Sekt gibt es nicht im Zielraum. Bier fehlt auch, selbst Kaffee oder Tee. Dabei hätte Johanna Wetjen „am liebsten allen einen ausgegeben.” Doch erst einmal schließen alle die Westerstederin in die Arme. Es gibt ja einen besonderen Anlass zum Feiern: Den elften Sieg der Reiterin vom Ammerländer Reitclub in der Vielseitigkeit der Oldenburger Meisterklasse L.

Elfter Sieg in Serie

Elfter Sieg in elf Jahren? Wo liegt da das Ungewöhnliche? Im Pferd! Zehnmal hatte Wetjen mit „Wild West Charlie“ gewonnen. Doch derweil der auf der Weide die Rente genießt, legt sie einen bravourösen Ritt über 3100 Meter hin. Weit greift „Cousi Cousi” zum Galopp aus. Null Fehler, Tagesbestzeit in 5:48 Minuten, Gesamt 42,20 Punkte: „Gleich auf Anhieb mit dem neuen Pferd? Ich hab’s nicht erwartet und glaub’s noch nicht.“

Vielleicht hat die Reiterin der sechsjährigen Oldenburgerin ihr Sieger-Gen vermittelt. „Am Freitag wird abgerechnet!”, hatte Wetjen nach Dressur und Springen geunkt. Da lag sie auf dem vierten Platz. Die komfortabel führende Ann-Catrin Bierlein (RFV Westbevern) deutet das aber nicht als Kampfansage. Sie schont ihre „Auf geht’s Fräulein Hummel” um den Preis von Zeitfehlerpunkten.

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Auf Platz zwei schiebt sich so Heike Jahncke (Ganderkesee/46,90) auf Enya vor Gesche Hobbie (Ammerländer RC/51,60) auf Duke Ellington.

Nachwuchsarbeit zahlt sich aus

In der A-Vielseitigkeit kontrollieren die drei Führenden und halten fehlerlos ihre Plätze: Erste Amke Gröttrup (RuFV Tammingaburg/39,30) auf Dumbledore; Zweite Linus Richter (Höven/40,30) auf Raya und Loort Fleddermann (Hude/40,30) auf Obella.

Ein gutes Jahrzehnt nach einem Tiefpunkt zeigt sich die Vielseitigkeit im Oldenburger Land wieder in ausgezeichneter Verfassung. Nach beständigem Rückgang der Teilnehmer stufte der Reiterverband damals das Niveau auf A herunter. Doch über die Jahre zahlte sich die Nachwuchsarbeit mit vielen Lehrgängen und Aktionen aus. 26 Meldungen verzeichnete die L-Kategorie, 41 die „Juniorenliga” A.

Verteilung unglücklich

„Das sind nicht zu viele, aber es sind ordentliche Felder”, befindet Horst Karsten (82) als Zuschauer. Der zweimalige olympische Bronzemedaillen-Gewinner aus Ganderkesee ist als Parcours-Begutachter viel unterwegs. „Dass sich die technischen Ansprüche enorm gesteigert haben“, findet der einstige Bundestrainer bestens. „Wir ritten noch breite und klotzige Hindernisse. Heute sind sie oft schmaler und so aufgestellt, dass sie Reiter und Pferde beim Anreiten stärker zum Mitdenken herausfordern.“

Die Verteilung der drei Disziplinen auf zwei Tage bewertet Karsten in Rastede als weniger glücklich. „Vielerorts läuft das an einem Tag ab, mit dem Springen nach dem Geländeritt”, meint er. „Da muss man die Kräfte des Pferdes so einteilen, dass es noch Reserven für das Schlussspringen hat. Das ist herausfordernd.”

Im Ammerland stehen die verschachtelten Zeitpläne bei 106 Wettbewerben dazu quer.

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