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Auch mit 70 nicht vom alten (Huf-)Eisen

106 Prüfungen finden bei der 70. Auflage des Landesturniers im Rasteder Schlosspark statt. Fast 900 Reiter haben bisher genannt – darunter viele bekannte Namen.

Bild: Remmers
Gewann vergangenes Jahr den Großen Preis in Rastede: Hilmar Meyer auf WolkeBild: Remmers
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Rastede Nein, zum alten (Huf-)Eisen gehören wollen sie nun wirklich nicht, die Macher des Oldenburger Landesturniers. Und so haben sie vor der 70. Auflage im Rasteder Schlosspark, die vom 17. bis 22. Juli, wieder mal die Köpfe zusammengesteckt und diskutiert, wie sie die Traditionsveranstaltung weiter attraktiv gestalten. Herausgekommen ist ein größerer Hauptplatz, die gezielte Förderung der Reittalente im Nordwesten und 106 Prüfungen in den Disziplinen Dressur, Springen, Vielseitigkeit und Fahren.

„895 Reiter und Fahrer sowie 3154 Pferde“, zählt Organisationsleiter Torsten Schmidt die beeindruckenden Zahlen zum runden Geburtstag auf – und das, obwohl das Landesturnier wie bereits im vergangenen Jahr parallel zum CHIO in Aachen, dem Weltfest des Pferdesports, ausgetragen wird. „Das ist für uns kein Problem, weil dort eh nur sehr wenige Spitzenreiter starten dürfen“, sagt Turnierleiter Jan-Christoph Egerer.

So fehlen zunächst einmal Mario Stevens (Molbergen/Kreis Cloppenburg) als Deutscher Meister und Laura Klaphake (Steinfeld/Kreis Vechta), weil sie in Aachen satteln. Und dennoch liest sich die Teilnehmerliste in Rastede ausgezeichnet. Sandra Auffarth, Johannes Ehning, Rolf Moormann, Jan Wernke oder Hilmar Meyer sind nur fünf der bekannten Namen, die bei den Springreitern starten.

Höhepunkt ist wie gewohnt am Sonntag der Große Preis der Öffentlichen Oldenburg, der mit 20 000 Euro höchstdotierten Prüfung der Woche. Die Qualifikation dafür wurde etwas vereinfacht: Über den Rasteder Champion (Donnerstag) und das LzO-Championat (Freitag), beides Springen der Klasse S**, schaffen es die besten 35 in das Finale der Großen Tour – ein S***-Springen. Vorjahressieger Meyer und Wernke als Oldenburger Landesmeister von 2017 sind direkt für den Großen Preis qualifiziert.

„Die letzten drei Jahre hatten wir nicht so viel Glück mit dem Wetter, jetzt sind wir mal wieder dran“, erinnert sich Egerer ungern an die Regenmassen zurück, die in Rastede schon öfter für Umwälzungen des Zeitplans sorgten. Die Veranstalter haben aber ihre „Hausaufgaben gemacht“, betont Organisationsleiter Schmidt. Die „Achillesferse“, der Haupt- und Springplatz, sei um rund 2000 Quadratmeter vergrößert worden. „Dadurch haben wir bessere Möglichkeiten, den Parcours zu verschieben und den Platz so zu schonen“, sagt Schmidt, „das ist ein schönes Geschenk zum 70. Geburtstag.“

Unverändert sind die Dressurvierecke, in denen Bernadette Brune, Dirk Gießelmann, Kira Wulferding oder Johannes Augustin an den Start gehen und im Kurz-Grand-Prix, der wichtigsten Dressurprüfung, siegen wollen. 66 Nennungen in der Vielseitigkeit, 13 Viererzüge und 21 Zweiergespanne bei den Fahrern runden das hochklassige Teilnehmerfeld ab, das „die Vielfalt des Landesturniers zeigt“, so Egerer. Einspänner gibt es in diesem Jahr nicht, „wir sind da auch an Kapazitätsgrenzen gestoßen“, begründet Schmidt.

Nicht zuletzt legen die Organisatoren wieder einen besonderen Wert darauf, dass die Balance zwischen Spitzensport und Nachwuchsförderung stimmt. Das Jugendchampionat und der Talentförderpreis sind als fester Bestandteil längst etabliert. Fünf Qualifikationsprüfungen fanden in diesem Jahr bereits in der Region statt, mehr als 200 Kinder versuchten, sich für Rastede zu qualifizieren. „Das Landesturnier passt in diese Zeit. Es verbindet Tradition mit Moderne“, sagt Michael George, Vorsitzender des Reiterverbands Oldenburg – und so wird es auch in den nächsten Jahren längst noch nicht vom alten (Huf-)Eisen sein.

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