Rastede Es ist ein Thema, das die Reiterei weltweit aktuell sehr umtreibt. Die Global Champions Tour lockt mit Millionen-Preisgeldern die Weltklasse-Reiter der Szene an, die traditionellen Nationenpreise, die da finanziell schlichtweg nicht mithalten können, verlieren an Bedeutung. „Die Reiter sehen halt das Geld, das ist einfach so“, sagt Torsten Schmidt.

Der Organisationsleiter des Oldenburger Landesturniers arbeitet natürlich in anderen finanziellen Sphären, die Thematik kennt er aber grundsätzlich nur zu gut. Und so haben sich die Macher der Traditionsveranstaltung im Rasteder Schlosspark, die in diesem Jahr vom 23. bis 28. Juli zum 71. Mal ausgetragen wird, sprichwörtlich nicht lumpen lassen – und das Preisgeld für die Große Tour der Springreiter auf ein Rekord-Niveau angehoben.

„Dank unserer Sponsoren haben wir es geschafft, die Große Tour mit einem Preisgeld von 50 000 Euro auszustatten“, sagt Schmidt. Im vergangenen Jahr waren es noch 7000 Euro weniger. Der Rasteder Champion (vorher 8000 Euro) am Donnerstag ist nun wie das LzO-Championat am Freitag mit 10 000 Euro dotiert, der Große Preis als Turnier-Höhepunkt am Sonntag mit 25 000 Euro (vorher 20 000 Euro). „Das ist für ein nationales Turnier, wie wir es sind, eine echte Hausnummer“, betont Schmidt. Das Landesturnier sei „ein Leuchtturm zwischen den Extremen“, sagt der Organisationsleiter. Es stehe für seine Vielfalt, aber eben auch den Spitzensport.

„Wir wollen mit diesem Schritt ein Zeichen für die Springreiter setzen“, erklärt Schmidt. Hinter der absoluten Spitze habe die Szene im Oldenburger Land genug große Namen, wie Sandra Auffarth oder Mario Stevens, die regelmäßig im Schlosspark satteln. Mit dem höheren Preisgeld geht bei den Athleten natürlich die Überlegung einher, auch die besseren Pferde mitzubringen – das würde die Attraktivität des Wettkampfes steigern. Schmidt weiß, was dieser finanzielle Sprung bedeutet: „Wir sind uns natürlich bewusst, dass wir im nächsten Jahr dann nicht eine Rolle rückwärts machen können und sind überzeugt von diesem Weg.“

Auf der Großen Tour gibt es eine weitere Änderung bei der 71. Auflage. So sei in diesem Jahr jeder Reiter, der in den ersten beiden Qualifikationsspringen am Donnerstag und Freitag eine Wertung erzielt, automatisch für den Großen Preis am Sonntag qualifiziert.

Fernab der schwierigsten Springprüfungen des Landesturniers setzen die Organisatoren auf die bekannten Stärken, die im vergangenen Jahr 33 000 Besucher an den sechs Turniertagen in den Schlosspark lockten. 106 Prüfungen wird es Ende Juli geben – in der Dressur und im Springen, in der Vielseitigkeit und im Fahren. In den Finals des Jugendchampionats und des Talentförderpreises erhält der Nachwuchs seine Chance.

Seit Anfang des Jahres arbeiten die vielen Ehrenamtlichen bereits daran, den Schlosspark für das Turnier in Schuss zu bringen. „Es unterscheidet uns ganz wesentlich von Veranstaltungen, die auf professionellen Anlagen stattfinden, auf denen das ganze Jahr über Reitsport betrieben wird, dass wir sämtliche Plätze jedes Mal aufs Neue aufbauen“, berichtet Schmidt. Der Aufwand sei zwar enorm, dafür stelle man ein einzigartiges Ambiente. „Mit dem Rasteder Schlosspark kann so schnell kein anderes Turniergelände mithalten“, ist der Organisationsleiter überzeugt.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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