OLDENBURG Es war ein Sieg mit Ansage: Janne Friederike Meyer flog im Großen Preis von Oldenburg zum Sieg. Gemeinsam mit elf Reitern hatte sich die deutsche Vizemeisterin für das finale Springen der mit 25 000 Euro ausgestatteten Prüfung qualifiziert. „Ich habe mir einige Ritte angesehen und wusste, da geht was“, verriet die Reiterin.

Allerdings musste sich die sympathische Hamburgerin mit dem erst neunjährigen Holsteiner Lambrasco richtig ins Zeug legen. Mit 35,70 Sekunden gewann sie deutlich und kassierte 8000 Euro Preisgeld. Platz zwei ging an Markus Renzel (Oer-Erkenschwick) mit Conally (0 Fehler/36,39 Sekunden). An dritter Stelle folgte der ehemalige Doppel-Europameister Christian Ahlmann (Marl) mit Coquet (0/36,57).

Tags zuvor hatte der Ire Cameron Hanley für die faustdicke Überraschung gesorgt und die wichtigste Springprüfung des Sonnabends gewonnen. Im Sattel von Royal Star setzte er sich in der Siegerrunde dieses Gruppenspringens der Klasse S fehlerfrei in 38,96 Sekunden durch. Bester heimischer Reiter war Jan Sprehe (RFG Falkenberg) mit Evisto an siebter Stelle.

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Der dreimalige deutsche Meister Rene Tebbel erwies sich als Spezialist im so genannten „Jump & Drive“. Mit Petula überwand er alle Hürden und absolvierte auch den zweiten Teil des Parcours auf vier Rädern fehlerfrei.

Mit nur 18 000 Besuchern an vier Veranstaltungstagen befand sich die diesjährige Zuschauerzahl der Pferdetage nach Aussage von Kaspar Funke knapp im Soll. Mit dem Niveau der Pferdetage allerdings ist auch der Turnierchef noch nicht zufrieden. „Unser Ziel muss es sein, noch mehr Sponsoren für die Pferdetage zu interessieren“, sagt Funke und erläutert: „Ein größeres finanzielles Engagement würde es uns erlauben, an einigen Stellen noch Verbesserungen herbeiführen zu können.“

Im Klartext: Nur wenn es Funke gelingt, mittelfristig das Preisgeld von derzeit rund 105 000 Euro zu erhöhen, dürften weitere internationale Spitzenstarter in der Weser-Ems-Halle einreiten. Der Etat der siebten Auflage des Funke-Turniers belief sich auf 700 000 Euro. Rund 500 000 Euro sind durch Sponsorengelder abgedeckt, wobei der Großteil der Preisgelder in den Springsport floss.

„Das Springreiten muss der Schwerpunkt der Pferde-tage bleiben“, sagt Funke unmissverständlich, wohlwissend um die Notwendigkeit der Fernsehtauglichkeit seiner Veranstaltung. Unter diesem Diktat litten wie in den Vorjahren die Dressur-Wettbewerbe. „Einige Starter hatten im Vorfeld mehr erwarten lassen“, redete sich Funke heraus. Auch seien im Moment in Deutschland insgesamt Einbußen bei der Leistungsdichte festzustellen.

Das zweifelsohne fachkundige Dressur-Publikum wurde jedenfalls am Schlusstag auf eine harte Probe gestellt: Der Grand Prix Special, die Perle des internationalen Dressursports und ohnehin nicht erstklassig besetzt, wurde erst am Sonntagabend entschieden. Die TV-Übertragung vom Großen Preis, der nach Vorgabe des NDR schon um 12.40 Uhr beginnen musste, ließ die Dressurreiter ans Ende des Programms rutschen.

Otto-Ulrich Bals Autor
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