BLENHEIM /OXFORD Im Einzel holte Ingrid Klimke Bronze. Die deutsche Mannschaft zeigte im Springen eine schwache Leistung.

Von Michael Rossmann BLENHEIM/OXFORD - Entsetzen, Ärger und am Ende Jubel über zwei dritte Plätze: Die versuchte Olympia-Revanche der deutschen Vielseitigkeitsreiter wurde zu einem Wechselbad der Gefühle. Durch einen Patzer von Bettina Hoy verlor das deutsche Team bei der Europameisterschaft in Blenheim/Oxford die komfortable Führung und musste auf Grund eines schwachen Springens nach den Briten auch die Franzosen vorbeiziehen lassen. Versöhnlich war die Bilanz vor allem durch den tollen dritten Rang für Ingrid Klimke im Einzel.

Die 37-Jährige aus Münster krönte ihre tadellose Leistung mit einem fehlerfreien Springen. „Ich bin total glücklich, unglaublich“, kommentierte die Reiterin, die mit Sleep Late im Gelände und im Springen ohne Fehler geblieben war und insgesamt auf 45,2 Strafpunkte kam. Besser waren nur Zara Phillips mit Toytown (38,0), und William Fox-Pitt (beide Großbritannien) mit Tamarillo (44,1).

Mit Klimke in der Mannschaft hätte es zu Silber gereicht. Doch statt der erfahrenen Reiterin setzte Trainer Hans Melzer auf die Newcomerin Warnecke. „Ingrid hatte durch ihre Verletzung eine lange Pause, und ihr fehlte die Prüfungsroutine“, begründete Melzer. Für Klimke war der Erfolg im Einzel eine Genugtuung. „Damit habe ich vielleicht eine bessere Chance, wenn das Team für die WM in Aachen nominiert wird.“

Gestern purzelten bei fast allen deutschen Teamreitern noch einmal die Stangen. Hinter den Briten (131,6 Strafpunkte) und den Franzosen (170,2) reichte es nur mit Mühe zum dritten Platz (181,9) und zur ersten Team-Medaille seit 1999. Nach einem Abwurf von Hoy im Springparcours verhinderten auch acht Strafpunkte für Hinrich Romeike (Nübbel) mit Marius und zwölf für Anna Warnecke (Osnabrück) mit Twinkle Bee einen besseren Abschluss für die Equipe.

Der große Traum von der Olympia-Revanche war schon am Sonnabend am 13. Hindernis des Geländerittes geplatzt. Hoys 14-jähriger Wallach Ringwood Cockatoo verweigerte den Dienst, als er über „Camerons’ Cottage“ springen sollte. Mit dieser Verweigerung und 33 Sekunden Zeitüberschreitung fiel die bis dahin führende Reiterin zurück und setzte ihre Teamkameraden unter Druck. Nach dem Trauma von Athen, wo sie zwei Goldmedaillen am Grünen Tisch verlor, erlebte Hoy erneut ein sportliches Drama. „Mit der Bronzemedaille bin ich doch noch ein bisschen entschädigt“, meinte die 42-Jährige.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.