Oldenburg Die „Hufstapfen“ sind groß, die Vater René und Bruder Maurice im Pferdesport bereits hinterlassen haben. Aber Justine Tebbel ist mit ihren gerade einmal 20 Jahren auf dem Weg, in diese zu treten – vielleicht kann sie sie ja sogar noch größer machen. An diesem Wochenende will die Emsbürenerin beim Agravis-Cup in der großen EWE-Arena in Oldenburg jedenfalls schon einmal zeigen, dass sie im Springreiten künftig die Marke Tebbel hochklassig vertreten kann.

„Jetzt geht es in den großen Sport“, sagt das Talent, das in diesem Jahr die Deutsche Meisterschaft der Jungen Reiter mit dem zehnjährigen Hannoveraner Hengst Light Star gewinnen konnte. Weil sie die Altersgrenze aber überschritten hat, startet sie nun bei den Senioren. „Jetzt wird es ernst“, sagt sie grinsend. Auf die Frage, ob die Reiterei künftig ihr Beruf wird, kennt Justine nur eine Antwort: „Ja, das wird schon so sein, wenn nichts Spezielles dazwischenkommt. Ich liebe es, den ganzen Tag im Stall zu sein.“

Diese Liebe zur Reiterei verwundert wenig, denn die Reit-Begeisterung wurde Justine Tebbel quasi mit in die Wiege gelegt. Vater René (50) hat früher viele Nationenpreis für Deutschland geritten, nahm an Weltreiterspielen und Europameisterschaften teil. 2015 entschied er sich, ab sofort für die Ukraine zu satteln und nahm so auch 2016 an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teil.

Genau wie Justine trainiert auch Bruder Maurice (25) auf der elterlichen Reitanlage in Emsbüren (Kreis Emsland) – und auch er hat schon den roten Frack der deutschen Nationalmannschaft der Springreiter getragen. Im vergangenen Jahr zum Beispiel gewann Maurice mit der Equipe die Bronzemedaille bei den Weltreiterspielen in Tryon.

Ob die Erwartungshaltung bei all den Erfolgen in der Familie nicht zu groß ist? „Nein, wir sprechen nicht darüber, was man erreichen muss. Wir bereiten uns einfach so gut es geht auf die Turniere vor“, sagt Justine Tebbel. Es gebe keinen Leistungsdruck, vorne mitreiten will sie ohnehin aus dem eigenen Antrieb heraus.

In Oldenburg geht es der 20-Jährigen darum, Erfahrungen bei größeren Turnieren zu sammeln. Das hat in diesem Jahr schon beeindruckend gut geklappt, als Justine beim Großen Preis von Brüssel einen starken Platz zwei belegte. „Mein Bruder wird am Sonntag beim Großen Preis auf jeden Fall ambitionierter sein“, übt sie sich schmunzelnd in Zurückhaltung und freut sich auf das Familienduell beim Agravis-Cup.

Für die Springreiter steht an diesem Freitag (20.45 Uhr) mit dem Preis der Oldenburger Wirtschaft der erste Höhepunkt an. Dieser stellt die erste Qualifikation für den Großen Preis von Oldenburg dar, der am Sonntag ab 14.50 Uhr die höchstdotierte Prüfung ist. Bei einem Blick auf die vielen prominenten Namen um Felix Haßmann, Jan Wernke, Hendrik Sosath, Tobias Meyer, Sandra Auffarth oder Guido Klatte junior stellt Justine Tebbel kurzum fest: „Das wird auf jeden Fall spannend.“

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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