Bergedorf /Rio De Janeiro „Wenn Sandra im Team gewinnen möchte, müssen die anderen schon sehr viel Pech haben“, sagte Karl-Heinz Auffarth vor dem Ritt seiner Tochter Sandra Auffarth am Dienstag.

Die anderen hatten etwas Pech, aber die Reiterin aus Bergedorf (Gemeinde Ganderkesee/Landkreis Oldenburg) zeigte im abschließenden Springen in der Vielseitigkeit auch eine ganz starke Leistung. Die 29-Jährige und ihr Pferd Opgun Louvo (Spitzname „Wolle“) blieben fehlerfrei und trugen so dazu bei, dass die deutsche Mannschaft sich von Platz vier auf zwei vorarbeitete und bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die Silbermedaille gewann. Rund 40 Auffarth-Fans verfolgten in der Heimat Bergedorf gebannt das Aufrücken des deutschen Teams.

Am Montag war die Stimmung nach dem verpatzten Geländeritt noch getrübt gewesen. „Die Erwartungen sind nach guten Jahren nun mal größer“, sagte Karl-Heinz Auffarth über seine Tochter, die vor vier Jahren noch Gold mit der Mannschaft geholt hatte.

Doch nach dem fehlerfreien Ritt am Dienstag kippte die Stimmung ins Positive. „Wir wissen, dass Wolle ein sehr gutes Springpferd ist und beide zusammen immer abliefern“, sagte Anna-Lena Jerzembeck, Freundin von Sandra Auffarth . Nur eine kurz wackelnde Stange sei ein Schreckensmoment gewesen.

„Es ist besser, Silber zu gewinnen, als Gold zu verlieren“, freute sich Auffarth im fernen Rio über den Medaillengewinn in der Mannschaft mit Michael Jung (Horb) auf Sam, Ingrid Klimke (Münster) auf Hale-Bob und Julia Krajewski (Warendorf) mit Samourai Du Thot. „Plötzlich war es Bronze und dann sogar Silber. Das war schon ein sehr tolles Gefühl, denn eine Medaille mit der Mannschaft war unser größtes Ziel hier“, sagte Klimke. Gold ging an die französische Equipe, Bronze sicherte sich Australien.

Für Jung lief es in der Einzelkonkurrenz noch besser: Er wiederholte seinen Sieg von 2012. „Sam ist fantastisch gesprungen, er hat mir ein klasse Gefühl gegeben“, sagte der 34-Jährige: „Jetzt ist die ganze Anspannung weg, das Gefühl kann man nicht beschreiben.“

Nach einem fehlerfreien Ritt im abschließenden Springen der Einzelwertung setzte sich Jung vor dem Franzosen Nicolas Astier und dem US-Amerikaner Philipp Dutton mit Mighty Nice durch. Auffarth kam auf Rang elf, Klimke landete auf Platz 14. „Diese Coolness ist unfassbar“, schwärmte Bundestrainer Hans Melzer über die Leistung von Jung: „Es ist einfach unglaublich, wie er das immer wieder macht.“

Sascha Sebastian Rühl Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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