Malmö /Rastede /Ganderkesee Die Angst reitet nicht mit im deutschen Team. Trotz der jüngsten Todesfälle. „Ich bin optimistisch, dass nicht schon wieder etwas passieren wird“, sagte Bundestrainer Hans Melzer vor der an diesem Donnerstag beginnenden Vielseitigkeits-EM im schwedischen Malmö (29. August bis 1. September). Dabei ist es noch nicht lange her, da hatten mehrere Unglücksfälle den Sport erschüttert.

Im Gelände gefordert: Ingrid Klimke mit Escada BILD: dpa
Im Gelände gefordert: Ingrid Klimke mit Escada BILD: dpa

Besseres B-Team will in Malmö Gold gewinnen

Das deutsche Quartett in Malmö bilden Andreas Dibowski aus Döhle mit Avedon, Michael Jung (Horb) mit Halunke, Ingrid Klimke (Münster) mit Escada und Dirk Schrade (Sprockhövel) mit Hop and Skip. Als Einzelreiter sind zusätzlich Peter Thomsen (Lindewitt) mit Cayenne sowie der EM-Debütant Benjamin Winter (Warendorf) mit Ispo am Start. Die anspruchsvollste der drei olympischen Reitsport-Disziplinen besteht aus den Teilprüfungen Dressur, Geländeritt und Springen. Die Strafpunkte der Prüfungen werden addiert.

Beim Pfingstturnier in Wiesbaden war das Gold-Pferd King Artus von Team-Olympiasieger Dirk Schrade (Sprockhövel) kurz nach dem Zieleinlauf wegen eines Aortenrisses tot zusammengebrochen. Auch beim Oldenburger Landesturnier in Rastede gab es Ende Juli ein tragisches Unglück. Das Pferd Likoto der Reiterin Merle Wewer aus Löningen starb im Geländeparcours. Die Diagnose lautete ebenfalls: Aortenabriss.

Nur sechs Wochen zuvor musste in Luhmühlen die zehnjährige Stute P’tite Bombe des Franzosen Emeric George nach einem Sturz eingeschläfert werden. Und dann stürzte zehn Tage später auch noch Mannschafts-Olympiasieger Frank Ostholt im Training in Warendorf mit einem Nachwuchspferd schwer und erlitt dabei mehrere Brüche des Waden- und Schienbeins sowie einen Rippenbruch.

Melzer aber zieht seine Zuversicht aus den gestiegenen Ansprüchen bei den Buschreitern. Was auf den ersten Blick kurios klingt, erklärte der langjährige Chefcoach so: „Die Pferde sind inzwischen viel besser ausgebildet und können daher alle drei Teilbereiche gefahrloser absolvieren. Sie sind auch mental stärker. Zudem wurde das Format so verändert, dass der Stress für Pferd und Reiter vermindert wurde.“ Unfälle, die früher wegen der extremen Belastungen typisch für die Vielseitigkeit gewesen waren, „sind inzwischen deutlich zurückgegangen“, sagt Melzer und betont: „Unsere Pferde sind gut erholt, alle sind gut drauf.“

Die vielen Todesfälle haben aber auch die Reiter alarmiert. So sagte unter anderem die Team-Olympiasiegerin von London, Sandra Auffarth aus Ganderkesee, wegen einer Verletzung ihres Pferdes Opgun Louvo ab.

Der Wallach Sam, mit dem Michael Jung (Horb) Doppel-Olympiasieger, Weltmeister und vor zwei Jahren zweifacher Europameister wurde, fehlt wegen einer Verletzung am linken Hinterbein.

Olaf Ulbrich Kanalmanagement (Ltg.) / Redakteur
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