LONDON Sandra Auffarth darf sich weiter Hoffungen auf zwei Medaillen bei den Olympischen Spielen in London machen: Die Vielseitigkeitsreiterin aus Ganderkesee liegt nach dem Geländeritt in der Einzelwertung vor der abschließenden Spring-Prüfung an diesem Dienstag auf Rang acht. Mit der Mannschaft liegt Auffarth gar auf Gold-Kurs: Die deutsche Equipe führt das Klassement weiterhin an.

Überschattet wurde der Geländeritt von einigen Stürzen. Am ärgsten erwischte es im Greenwich Park die Kanadierin Hawlett Bennett-Awad, die mit einem Krankenwagen abtransportiert werden musste. Ihr Pferd Gin & Juice galoppierte nach dem Sturz noch lange allein über die Strecke, ehe es eingefangen werden konnte. Der Zustand der 35-Jährigen sei stabil, hieß es kurz vor Ende des Wettbewerbes. Von den ersten 27 Startern hatten sieben das Ziel nicht erreicht.

Entsprechend konzentriert ging Auffarth ihren Ritt mit ihrem Wallach Opgun Louvo an. Auf der anspruchsvollen 5,7 Kilometer langen Strecke leistete sich die 25-Jährige vor rund 50 000 Zuschauern, unter ihnen auch die Prinzen Harry und William samt dessen Ehefrau Kate, kaum Ungenauigkeiten und kam ohne Verwarnung ins Ziel.

Allerdings blieb Auffarth zwölf Sekunden über der geforderten Zeit von 10:03 Minuten. „In der letzten Minute wurde das Pferd müde, deshalb habe ich das Tempo rausgenommen, um kein Risiko zu gehen“, berichtete die Olympia-Debütantin. Dennoch war sie „sehr, sehr zufrieden“ mit ihrer Leistung.

Auch alle anderen deutschen Reiter blieben im Gelände ohne Fehler. Mit 124,70 Strafpunkten liegt die deutsche Equipe vorne. Es folgen Großbritannien (130,20) und Schweden (131,40). In der Einzelwertung liegt Ingrid Klimke aus Münster mit Abraxxas (39,30) auf Platz eins, gleichauf mit der Schwedin Sara Algotsson-Ostholt mit Wega. Klimke war „einfach überglücklich“ nach ihrem famosen Ritt. Nach mehr als der Hälfte des Weges war sie noch hinter der idealen Zeit zurückgewesen, ehe sie enorm aufholte.

Weltmeister Michael Jung (Horb) schob sich mit Sam (40,60) auf Platz vier. Auffarth hat 44,80 Strafpunkte. Dirk Schrade aus Sprockhövel rangiert mit King Artus (50,60) an 17. Stelle. „Das ist ein klasse Ergebnis für die ganze Mannschaft“, kommentierte Bundestrainer Hans Melzer.

Im abschließenden Springen am diesen Dienstag zählt Auffarth zu den Favoriten. Los geht es um 11.30 Uhr.

Christopher Deeken Redakteur / Sportredaktion
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