Offenbach /Klagenfurt Das war’s dann wohl mit diesem Winter in Deutschland. Er verabschiedet sich, ohne richtig dagewesen zu sein: „Da kann nicht mehr viel nachkommen“, sagte Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Dienstag. „Es sieht so aus, als sei es das gewesen.“ Im Großen und Ganzen seien die vergangenen Wochen zu mild und frostarm gewesen, und natürlich habe es für einen gewöhnlichen Winter zu wenig geschneit. Die Krokusse sprießen vielerorts aus dem Boden, und auch Störche sind schon bei ihrer Rückkehr aus Spanien gesichtet worden.

Der Winter-Ausfall in Deutschland wird vor allem beim Blick auf die Tage mit Schneefall, Frost oder Eis deutlich. Zählten die Meteorologen im Winter 2012/2013 Schnee an 36 Tagen und frostige Temperaturen an 58 Tagen, so waren es im scheidenden Winter ein Dutzend Schnee- und nur 35 Frosttage. Durchgehenden Frost registrierte der DWD an fünf Eistagen in diesem Winter, im vergangenen Winter waren es dagegen 28.

„Auf die Jahreszeit gesehen war es etwa 2,5 Grad wärmer als normalerweise in diesen Monaten“, sagte Meteorologe Lux. In Thüringen, Sachsen und Bayern seien es sogar deutlich über 3 Grad gewesen. „Abgerechnet wird am Schluss, aber vom heutigen Stand aus war der Winter außergewöhnlich mild. Er bekommt einen Platz unter den Top Ten seit 1881“, sagte der DWD-Wetterexperte. Am 1. März ist der meteorologische Frühlingsbeginn, am 20. März der kalendarische.

Die milden Temperaturen etwa in Berlin sind vor allem für Allergiker nicht unbedingt nur ein Grund zur Freude. „Haselnuss und Erle stehen zurzeit fast in voller Blüte, das liegt natürlich am warmen Wetter“, sagte Thomas Dümmel vom Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin. Trostpflaster: Wenn das Wetter so bleibe, seien Haselnuss und Erle Ende Februar wohl verblüht. Dann könnten sich viele Allergiker kurz erholen – bis zur Birkenblüte, mit der Ende März zu rechnen sei.

In Österreich wurden die Folgen der heftigen Schneefälle vom Montag sichtbar: Wegen des tauenden Schnees gab es am Dienstag in einigen Gegenden im Süden Überschwemmungen. Der Hydrologische Dienst bezeichnete die Lage als angespannt, wie der Österreichische Rundfunk (ORF) berichtete. Feuerwehrleute pumpten vollgelaufene Keller und Garagen aus.

Zugleich kam die Wiederherstellung der Stromversorgung in Kärnten und der Steiermark voran – am Montag waren dort insgesamt rund 20 000 Haushalte vom Netz abgeschnitten gewesen. „Schuld ist der nasse Schnee, der Bäume auf Leitungen stürzen lässt“, sagte Josef Stocker, Sprecher des Energieversorgers Kelag.

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