München Am Wochenende heißt es wieder: O’zapft is! Das Münchner Oktoberfest wird in diesem Jahr vom 17. September bis zum 3. Oktober gefeiert. Es hat ein ganz spezielles Klima, spezielle Gäste und spezielle Artisten.

Tropenklima

Feucht und warm: Fast tropisch könnte man das Klima auf der Wiesn nennen. Dort ist es bis zu zehn Grad wärmer als sonst in der Stadt, hat der Bonner Meteorologe Karsten Brandt bei Messungen herausgefunden. Woher der Unterschied kommt? Lichter, Fahrgeschäfte, Hendl-Bratereien, Küchen – der Stromverbrauch des Fests lag zuletzt bei 2,88 Millionen Kilowattstunden und der Erdgasverbrauch bei 230 000 Kubikmetern. Dennoch: Der Wärme-Effekt geht zu zwei Dritteln von den Besuchern aus.

Schlapphüte

Das Münchner Oktoberfest lockt nicht nur Touristen aus aller Welt, sondern auch Agenten. Der BND lud jahrelang Mitarbeiter ausländischer Dienste zur Sause auf die Wiesn ein, wie 2015 aus einer Antwort des Kanzleramts an den Abgeordneten Hans-Christian Ströbele (Grüne) hervorging. Der BND übernahm Bewirtungskosten von 40 bis 50 Euro pro Person. Weitere Details könnten nicht mitgeteilt werden, weil sich dies „nachteilig für die Interessen der Bundesrepublik Deutschland auswirken“ könnte, erläuterte Staatssekretär Klaus-Dieter Fritsche.

Flöhe

Rund 80 dieser Tiere „arbeiten“ auf der Wiesn in fünf Schichten. In Deutschlands womöglich letztem Zirkus mit echten Flöhen ziehen sie Kutschen, schießen Bälle und tanzen Flohballett. Direktor Robert Birk füttert seine Lieblinge persönlich – an seinem Unterarm.

Essgewohnheiten

Dass man Weißwürste auszuzelt, ist in Bayern normal. Doch die internationalen Gäste haben ganz neue kulinarische Gepflogenheiten entwickelt. Eine Gruppe Asiaten schrubbte ihr Hendl etwa mit den Zitronentüchlein, die der gemeine Besucher zum Fingerabwischen benutzt. Ansonsten darf man auf der Wiesn beim Hendl auch mit den Fingern hinlangen – nicht zuletzt klappt nach ein paar Maß die Koordination mit Messer und Gabel manchmal nicht mehr so gut.

Müllkörbe

Gibt’s nicht. Wiesn-Neulinge suchen vergeblich nach einer ordentlichen Möglichkeit, Pappteller und Würstchenreste loszuwerden. Abfallkörbe wurden nach dem Oktoberfest-Attentat von 1980 abgeschafft – die Bombe des rechtsradikalen Attentäters explodierte in einem Müllkorb. Die Straßenreinigung beseitigte im vergangenen Jahr rund 123 Tonnen Kehricht, und der Abfallwirtschaftsbetrieb München entsorgte 835 Tonnen Restmüll sowie 478 Tonnen Speisereste.

Schleifen

Flirten? Natürlich. Eingeweihte erkennen bei den Damen sofort, ob sie möglicherweise landen können. Die Dirndlschleife links sagt: zu haben. Rechts: vergeben. Männern fehlt auch in Zeiten der Gleichberechtigung diese feinsinnige Möglichkeit, ihren Status auszudrücken. Für sie haben Marketingexperten Gummibänder fürs Handgelenk entwickelt mit der Aufschrift: „Mogst obandln?“

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