GENF /BERLIN GENF/BERLIN/AP - Ein US-Institut hat versehentlich Proben eines hochgefährlichen Grippevirus an fast 5000 Labors in aller Welt geschickt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf rief am Mittwoch die Forschungseinrichtungen in 18 Ländern zur sofortigen Vernichtung der Proben auf. Unter den Empfängern sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sechs deutsche Labors. Die Einrichtungen in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben die Virenstämme bereits vernichtet, wie RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher sagte.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Mitarbeiter infiziert haben könnten, sei gering, so Glasmacher. Die Virenproben seien durch Hocherhitzen, so genanntes Autoklavieren, zerstört worden. Nähere Einzelheiten zu den betroffenen Labors wollte das RKI nicht machen.

Bei dem Virus handelt es sich um einen Erreger des Typs H2N2, der für eine Grippe-Pandemie 1957 und 1958 verantwortlich gemacht wird. Damals starben Schätzungen zufolge zwischen einer und vier Millionen Menschen an der Asiatischen Grippe. Der hochansteckende Virus trat nach Ende der 60er Jahre nicht mehr auf. Deshalb sind nach 1968 geborene Menschen laut WHO nicht oder nur eingeschränkt immun. Auch die gegenwärtigen Impfstoffe schützten nicht vor einer Infektion mit dem H2N2-Virus.

Der WHO-Grippeexperte Klaus Stöhr schloss nicht aus, dass der Virus bereits irgendwo freigesetzt worden sei. Zum jetzigen Zeitpunkt sei aber kein Infektionsfall bekannt. Außer in Deutschland wurden die Proben nach Angaben Stöhrs erst in vier anderen Ländern zerstört – Kanada, Südkorea, Hong Kong und Singapur.

Institut unter www.rki.de

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