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Hamburg Vom knallroten ledernen Diplomatenpass mit eingeprägtem Staatswappen der DDR bis zum Verdienstorden aus dem Kaiserreich Japan: Teile des persönlichen Nachlasses des einstigen SED-Wirtschaftsfunktionärs Alexander Schalck-Golodkowski sind am Samstag in Hamburg unter den Hammer gekommen. Die Gegenstände erinnern an das bewegte Leben einer der schillerndsten Persönlichkeiten der DDR.

Rund 25 Besucher sind in den Salon eines Hotels gekommen, um bei der Versteigerung von Orden, Verleihungsurkunden und Dokumenten mitzubieten. Hinzu kommen Live-Bieter im Internet sowie Telefonbieter. Drei Frauen telefonieren abwechselnd mit verschiedenen Interessenten aus Deutschland, den USA und Russland und geben für sie im Saal Gebote für die etwa 40 Gegenstände ab.

Besonders begehrt ist ein Karl-Marx-Orden, die bedeutendste Auszeichnung der DDR. Er erhält mit 8000 Euro das höchste Gebot. Eine getönte Agentenbrille plus Diplomatenpass des früheren DDR-Devisenhändlers wechseln für 3300 Euro den Besitzer. Auch frühere Auszeichnungen der NSDAP stoßen auf reges Interesse. Im Sekundentakt schnellen die Gebotsschilder in die Höhe.

Für die angebotenen Gegenstände wird zu Beginn der Auktion eine Summe von insgesamt etwa 30 000 Euro aufgerufen. Versteigert werden sie dann für 70 000 Euro. „Wir sind sehr zufrieden mit der Bilanz“, sagt Auktionator Carsten Zeige. Bei den Bietern handele es sich überwiegend um Sammler, aber auch einzelne Museen.

Vakhtang Dzhariani ist für die Auktion aus Moskau in die Hansestadt gereist. Er habe von März 1989 bis zum Fall der Mauer in der DDR gelebt und für das heutige „Russische Haus der Wissenschaft und Kultur“ gearbeitet, sagt er. Ersteigert hat er nichts. „Ich sammele auch eher Orden und Ehrenabzeichen aus der Stalinzeit.“ Sein Interesse an Schalck-Golodkowski sei aber groß.

Während der DDR-Zeit war Schalck-Golodkowski unter anderem Leiter des geheimen Bereichs für „Kommerzielle Koordinierung“ (KoKo). Große Bekanntheit erlangte er durch die Aushandlung eines Milliardenkredits in D-Mark im Jahr 1983 mit dem damaligen CSU-Chef Franz Josef Strauß.

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