Saarbrücken Nach jahrelangem Streit um ein mutmaßlich mangelhaftes Gerichtsgutachten könnte ein Justizopfer jetzt Schmerzensgeld bekommen. Vor dem Saarländischen Oberlandesgericht Saarbrücken bescheinigte der Rechtspsychologe Max Steller der beklagten Psychologin am Donnerstag „erhebliche ergebnisrelevante Mängel“ in ihrem Gutachten und sprach von „grober Fahrlässigkeit“. Auf der Grundlage des Gutachtens der Frau war der heute 74-jährige Kläger im Mai 2004 wegen schweren sexuellen Missbrauchs seiner damaligen Pflegetochter zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Die Gutachterin hatte die Aussagen des Mädchens als „mit hoher Wahrscheinlichkeit glaubhaft“ eingestuft. Fast zwei Jahre saß der Verurteilte unschuldig hinter Gittern, bevor das Urteil in einem Wiederaufnahmeverfahren aufgehoben wurde.

2015 war die Psychologin zu 50 000 Euro Schmerzensgeld verurteilt worden, weil das Gutachten wissenschaftliche Standards nicht eingehalten habe. Dagegen legte sie Berufung ein. Das Justizopfer fordert 80 000 Euro Schmerzensgeld.

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