Rückblick
Wie Tony Blair Markus Lanz aus dem Konzept bringen wollte

Seit 1. Oktober 2009 leite Markus Lanz eine nach ihm benannte Talkshow im ZDF. Hunderte Gäste konnte er seitdem im Studio begrüßen. Einer von ihnen hätte ihn zu verunsichern versucht - doch der Moderator ließ sich nicht aus dem Tritt bringen.

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Markus Lanz arbeitet seit gut zehn Jahren beim ZDF. Foto: Ursula DürenBild: dpa-infocom GmbH
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Hamburg/Mainz (dpa) - Seit gut zehn Jahren ist Markus Lanz beim ZDF, seit 1. Oktober 2009 führt er regelmäßig drei Mal die Woche durch seine Talkshow.

Ein Gast versuchte, ihn bei der in Hamburg produzierten Sendung nach alter Schule aus dem Konzept zu bringen, erinnert sich der 49-Jährige in einem am Montag veröffentlichten Gespräch mit seinem Sender: Englands Ex-Premier Tony Blair, der eine Minute vor dem Start der Talkshow an Lanz herauf- unter herunterblickend mit der Frage kam: "Ihre Schuhe gefallen mir. Wo haben Sie die her?"

Es sei wie eine Szene wie aus dem Theaterstück und dem Film "Frost/Nixon", in der der Ex-US-Präsident Richard Nixon den jungen Journalisten David Frost vor mehreren langen Interviews immer wieder mit privaten Fragen aus dem Konzept bringen will, sagte Lanz. Er habe dann Blair "ziemlich unvermittelt an den Kopf geworfen, dass ich davon überzeugt sei, er sei nur deshalb zum Katholizismus konvertiert, um all die Lügen aus dem Irak-Krieg beichten zu können", so der Moderator.

Plötzlich habe sich Blair nach vorne gebeugt, ihn kurz am Unterarm angefasst und gesagt: "Markus, hören Sie zu, es war doch so und so..." - auch das sei nur ein rhetorischer Trick gewesen. "Aber ich merkte: Okay, jetzt muss er arbeiten. Und es wurde dann ein richtig gutes Gespräch."

Seine Sendung habe ihm "noch nie so viel Spaß gemacht wie im Moment", fuhr Lanz fort. "Das liegt natürlich auch daran, dass wir gerade in unglaublich spannenden, wenngleich auch komplizierten und irgendwie mühsamen Zeiten leben."

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