LOS ANGELES Regisseur James Cameron (57) will zum tiefsten Meerespunkt reisen. Der „Avatar“-Schöpfer gab jetzt seine Pläne für eine U-Boot-Expedition zum Marianengraben im westlichen Pazifik, rund 11 000 Meter unter der Meeresoberfläche, bekannt. Mit dem Spezial-U-Boot „Deepsea Challenger“ will der Filmemacher und begeisterte Taucher in den kommenden Monaten auf Tauchgang gehen und Proben, Videos und Daten von seltenen Meereslebewesen zurückbringen.

Es ist über 50 Jahre her, dass der tiefste Meerespunkt von Menschen besucht wurde. Der Schweizer Forscher Jacques Piccard und ein Kollege von der US-Marine hatten 1960 mit der „Trieste“ erstmals den Marianengraben erreicht. Auf ihnen lastete ein Wasserdruck von 170 000 Tonnen.

Cameron würde als erster Solo-Taucher Geschichte machen. Das von ihm mit entworfene Mini-U-Boot soll rund sechs Stunden auf dem Meeresboden verweilen. Seine Vorgänger konnten sich in der extremen Tiefe nur etwa 20 Minuten aufhalten. „Ja, natürlich mache ich mir Sorgen“, sagte der Filmemacher über das riskante Unterfangen. „Angst ist eine gute Sache, wenn man ein Forscher ist.“ Niemand könne genau vorhersagen, was in der Tiefe passieren werde.

Bei einer Testfahrt in dieser Woche nahe Papua-Neuguinea war der Kanadier bereits über acht Kilometer tief abgetaucht, berichtete „National Geographic News“. Cameron arbeitet seit Jahren eng mit dem Verband „National Geographic Society“ zusammen.

Den Filmemacher zog es schon oft in die Tiefsee. Für seinen Film „Titanic“ (1997) war Cameron mit dem U-Boot im Atlantik bis zum Wrack des 1912 versunkenen Luxus-Liners in 3800 Meter Tiefe getaucht. 1989 hatte er den Unterwasser-Thriller „Abyss – Abgrund des Todes“ gedreht. Auch für die Dokumentarfilme „Expedition Bismarck“ (2002) über das im Zweiten Weltkrieg versenkte deutsche Kriegsschiff, „Die Geister der Titanic“ (2003) und „Aliens der Meere“ (2005) ging er auf Tauchgang. Mit „Avatar“ brachte Cameron im Jahr 2009 den größten Kassenhit aller Zeiten ins Kino.

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