Prag /Oldenburg Karel Gott, einer der größten Stars der Schlagerwelt, ist tot. Die „goldene Stimme aus Prag“ starb im Alter von 80 Jahren. Das bestätigte eine Sprecherin am Mittwoch der dpa. „Er ist zu Hause von uns gegangen, in ruhigem Schlaf, im Kreis seiner Familie“, teilte seine Ehefrau Ivana Gottova mit. In Deutschland wurde Karel Gott mit Hits wie „Biene Maja“, „Weißt du wohin“, „Lady Carneval“ und „Für immer jung“ berühmt.

Im September dieses Jahres hatte der Sänger öffentlich gemacht, dass er an akuter Leukämie litt. Eine erste Krebserkrankung am Lymphsystem hatte er wenige Jahre zuvor überstanden. Karel Gott stand fast sechs Jahrzehnte auf der Bühne und verkaufte Schätzungen zufolge mehr als 50 Millionen Tonträger.

Am Zaun seiner Prager Villa legten Menschen spontan Blumen nieder. Am Rathaus seiner Geburtsstadt Pilsen (Plzen) wurde Trauerbeflaggung gehisst. Der tschechische Regierungschef Andrej Babis kündigte ein Begräbnis mit staatlichen Ehren im Prager Veitsdom und einen nationalen Trauertag an.

Mit der Titelmelodie zur Zeichentrickserie „Biene Maja“ wurde Karel Gotts Stimme für Generationen deutschsprachiger Kinder bekannt. Mit Melodien wie „Einmal um die ganze Welt“, „Lady Carneval“ und „Fang das Licht“ sicherte sich der klassisch ausgebildete Tenor auch unter den Erwachsenen ein Millionenpublikum.

In seinem Heimatland Tschechien war der Sänger eine Legende. Insgesamt 42 Mal gewann er den Publikumspreis „Goldene Nachtigall“. Karel Gott wurde am 14. Juli 1939 im westböhmischen Pilsen geboren. Als Elektro-Lehrling mit 18 hatte er seine ersten Auftritte in Prager Tanzcafés. Mit seiner Darbietung von „Tausend Fenster“ beim Grand Prix Eurovision de la Chanson in London 1968 wurde er auch im Westen bekannt.

Karel Gott ist auch in Oldenburg aufgetreten – unter anderem beim „Handwerkerball“ in der Weser-Ems-Halle. Der Oldenburger Horst Klemmer, der über Jahrzehnte große Veranstaltungen bundesweit organisiert hat, hatte bei der Nachricht von Karel Gotts Tod „eine Träne im Auge“.

„Karel Gott war ein feiner Mensch, er hat Menschen gemocht und viel Freude bereitet“, erinnerte sich Klemmer gegenüber unserer Zeitung.

Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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