DRESDEN DRESDEN/DPA - Patienten mit einem akuten Herzinfarkt rufen in Deutschland nach Mediziner-Sicht viel zu spät den Arzt. Bei mehr als fünf Minuten Brustschmerzdauer sollte der Notarzt sofort informiert werden, sagte der Tagungspräsident auf dem deutschen Kardiologen-Kongress in Dresden, Professor Jochen Senges vom Klinikum der Stadt Ludwigshafen.

Besonders alarmierend sei das lange Abwarten von Herzinfarkt-Patienten am Wochenende und während der Nachtstunden, teilte die Kongressorganisation der 29. Herztagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie am Freitag mit. Das beste Ergebnis bringe eine Behandlung innerhalb von einer Stunde. Tatsächlich betrage jedoch in Deutschland die durchschnittliche Dauer vom Beschwerdebeginn bis zum Eintreffen im Krankenhaus drei Stunden und 45 Minuten.

Auf der anderen Seite habe sich aber die Behandlung verbessert. Herzpatienten wurden in Deutschland im Jahr 2004 deutlich häufiger behandelt als 2003. Wegen der besseren Versorgung seien weniger Menschen unter 75 Jahren an Angina Pectoris oder einem Herzinfarkt gestorben, sagte Ernst Bruckenberger, Autor des „Herzberichts 2004“.

Zugleich stürben mehr über 75-Jährige an den Erkrankungen. „Man verlagert den Todeszeitpunkt nach hinten. Das ist auch schon ein Erfolg“, so Bruckenberger. 2003 wurden in bundesweit 78 Herz-Zentren 99 735 Eingriffe am Herz vorgenommen, 2004 waren es bereits 101 340.

Frauen haben bundesweit fast überall ein im Vergleich zu Männern höheres Risiko, an Herzinfarkt zu sterben. Gründe dafür sehen Experten in weniger guter therapeutischen Behandlung von Frauen und deren uncharakteristischerem Beschwerdebild.

Mehr Infos: www.dgk.org

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