Palma Mitte März wirkt die Playa de Palma noch wie eine Geisterstadt. Nur vereinzelt spazieren Urlauber durch die Straßen am Ballermann. Lärm machen nur die Bagger: Viele Hotels auf Mallorca werden kurz vor Saisonstart noch renoviert, andere ganz neu gebaut. Ende April geht es dann wieder los mit Schlager-Sound, Sonne, Strand – und dem für viele Inselfans obligatorischen Alkohol. Wenn es nach der Stadtverwaltung geht, dann soll es in der Gegend rund um die berühmt-berüchtigte „Schinkenstraße“ ab sofort gesitteter zugehen.

ZEIT (ausgesprochen: Zeh-it), heißt die vor wenigen Wochen verabschiedete Ergänzung der Ballermann-Benimmregeln. Das Kürzel steht für „Zona d’Especial Interès Turístic“ – ein Gebiet von besonderem touristischen Interesse. Die gesamte Playa de Palma wurde zu einer solchen Zone erklärt. In der Praxis bedeutet das unter anderem: ein Verbot von Alkohol in Schaufenstern – und von Sonderangeboten wie der „Happy Hour“ mit starken Drinks zu Dumpingpreisen.

In der „Schinkenstraße“ und ihren Querstraßen sind die Regeln besonders streng: Biergärten müssen eingezäunt werden, Getränke dürfen nicht mehr auf den Bürgersteig oder die Straße mitgenommen werden. Die Maßnahmen gelten ab 1. April bis Ende Oktober – und wer sie nicht beachtet, dem drohen hohe Strafen.

Aber was sagen die Wirte? Aus dem populären Partylokal „Bierkönig“ heißt es auf Anfrage der Deutschen Presseagentur, die neuen Regeln würden befürwortet. Für die Umsetzung sei allerdings eine höhere Polizeipräsenz erforderlich. „Das verbessert die Sicherheit für uns alle – Anwohner, Gäste und Lokale.“

Auch Gerlinde Weininger, die seit mehr als 30 Jahren Lokale an der Playa betreibt, findet die neuen Auflagen richtig: „Nur so kann der Partytourismus, der ja an sich nichts Schlechtes ist, aufrechterhalten werden“, sagt die Chefin der Restaurantkette „Münchner Kindl“.

Für Ron Büttner, den Betreiber der Fußballkneipe „47-11“, gehen die Regelungen aber an den eigentlichen Problemen vorbei. „Gläser auf der Straße sind weniger das Problem als etwa die Straßenhändler, die die Leute belästigen und jedes Jahr mehr werden.“ Zudem müsse vor allem nachts die Sicherheit auf den Straßen verbessert werden: „Immer wieder tauchen bei mir Gäste auf, die überfallen wurden“, beklagt Büttner.

Drastisch erhöhte Geldbußen sollen zur Einhaltung der Regeln anspornen. 2200 Euro beträgt die Mindeststrafe für Vergehen gegen die neuen Regelungen. Allerdings mit Augenmaß, wie ein Sprecher der Stadt Palma erklärt: „Niemand kriegt Ärger, nur weil er ein Bier auf offener Straße trinkt.“ Es gehe darum, unsittliches Verhalten zu unterbinden, nicht mehr und nicht weniger.

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