Offenbach /Irkutsk /Paris So heiß war es in Deutschland in einem Juni noch nie: Am Sonntag sind in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) um 15.30 Uhr 39,3 Grad gemessen worden, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Nachmittag mitteilte. Damit wurde die bisherige Höchstmarke von 38,6 Grad vom vergangenen Mittwoch in Coschen (Brandenburg) und Bad Muskau (Sachsen) am letzten Juni-Tag bereits wieder geknackt. Der Allzeit-Temperaturrekord von 40,3 Grad für Deutschland blieb jedoch zunächst unerreicht.

In der neuen Woche können sich die Menschen aber auf etwas Abkühlung freuen. Bis zum Dienstag gingen die Temperaturen auf unter 30 Grad zurück, hieß es vom DWD. Im Norden und im Süden gibt es wieder Regen, teilweise Gewitter. Im Süden beginnt die Woche teils mit Unwettern, heftigem Starkregen und Hagel. Auch an den Küsten kann es regnen oder kurze Gewitter geben, sonst bleibt es heiter. Mit 28 bis 35 Grad bleibt es zunächst noch recht heiß, im Nordwesten gibt es 19 bis 27 Grad.

Auch in Rom brütete die Hitze – Papst Franziskus nahm das zum Anlass, Worte an besonders Betroffene zu richten. „Ich bete für diejenigen, die in diesen Tagen am meisten unter den Folgen der Hitze gelitten haben“, sagte der Pontifex am Sonntag vor Gläubigen in der prallen Sonne auf dem Petersplatz. „Kranke, Alte, Menschen, die draußen arbeiten müssen, auf den Baustellen.“ Er hoffe, dass keiner von ihnen zurückgelassen oder ausgebeutet werde.

In Frankreich hat sich die extreme Hitzewelle abgeschwächt. Für Sonntag meldete der Wetterdienst Météo-France leichte Abkühlung für den Westen des Landes. Für rund 30 Départements im Osten und Süden Frankreichs blieb weiterhin die Warnstufe Orange aktuell. Vor allem der Süden war von der außergewöhnlichen Hitzewelle getroffen worden. Im Département Gard in dem Ort Gallargues-le-Montueux war mit 45,9 Grad am Freitag ein neuer französischer Temperaturrekord gemessen worden.

Bei Flächenbränden im Süden wurden mehrere Häuser und Hunderte Hektar Land zerstört. Am stärksten betroffen war die Gemeinde Saint Gilles im Département Gard. Dort brannten insgesamt elf Gebäude ab, wie der Radiosender France Bleu auf seiner Webseite berichtete. Mehr als 280 Personen mussten vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden.

19 Feuerwehrleute waren nach Angaben des Radiosenders bei Einsätzen leicht verletzt worden, einige von ihnen erlitten einen Hitzschlag. In der Gemeinde Vauvert habe ein Mann Verbrennungen zweiten Grades am Unterarm davongetragen. Insgesamt seien mindestens 550 Hektar Land verbrannt.

Ein Radfahrer kam im Département Vaucluse infolge der Hitze ums Leben. Er sei auf einer Tour in den Bergen unterwegs gewesen, teilte die Präfektur mit. Der Sportler hatte demnach über Unwohlsein geklagt und wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er wenig später starb.

Während des Hitzesommers 2003 kamen in Frankreich Tausende Menschen ums Leben. Deshalb erlässt die französische Regierung seitdem bei Hitze zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen. Am Freitag hatten Tausende Kinder hitzefrei, weil Schulen geschlossen blieben. In der Hauptstadt Paris galten wegen der hohen Ozonbelastung seit Mittwoch Fahrverbote.

Weiter im Osten macht unterdessen nicht die Hitze, sondern das Wasser Probleme: Nach tagelangen Regenfällen sind in der Region Irkutsk in Sibirien rund 50 Ortschaften in den Fluten versunken. Mehr als 4000 Gebäude, zahlreiche Brücken und Straßen wurden beschädigt oder zerstört. Mehr als 10 000 Menschen seien von den Überschwemmungen betroffen, mindestens fünf Menschen kamen ums Leben, hieß es. Viele mussten mit Booten und Rettungshubschraubern in Sicherheit gebracht werden. In den betroffenen Gebieten wurde der Ausnahmezustand verhängt.

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