New York Würde es sich um einen Film handeln, hätte Harvey Weinstein die Szenen wohl rausschneiden lassen – so klischeehaft ist das, was dem Produzenten vorgeworfen wird: die billigen Verführungsversuche, die Aufforderungen zur Massage und die mit der Arroganz des Mächtigen vorgebrachten Anzüglichkeiten. Und vieles deutet darauf hin, dass Weinstein kein Einzelfall ist. Sexismus galt in Hollywood lange gar als „Teil des Geschäfts“. Doch der Widerstand dagegen wächst.

Es könnte der Anfang eines Umbruchs sein. Denn der jähe Absturz des Mitbegründers von The Weinstein Company hat die Schattenseiten einer Branche offengelegt, die bisher über jede Kritik erhaben schien. Auf der Leinwand werden viele weibliche Stars zwar bewundert, hinter den Kulissen herrscht aber oft massive Diskriminierung.

Männer wie Weinstein – mit Einfluss, Geld und guten Anwälten – durften sich bisher offenbar alles erlauben. Doch damit könnte bald Schluss sein. „Es bahnt sich gerade ein gravierender Wandel an. Immer mehr Leute haben den Mut zu sagen: „Es reicht“, sagt Melissa Silverstein, die sich mit ihrem Blog „Women and Hollywood“ für Gleichberechtigung in der Filmwelt einsetzt. „Der Ton in der Geschlechterdebatte in Hollywood hat sich in den vergangenen Jahren deutlich geändert.“ Die meisten derer, die sich zu Wort meldeten, waren allerdings Frauen. Die New Yorker Polizei will eine eigentlich bereits abgeschlossene Ermittlung gegen Harvey Weinstein aus dem Jahr 2004 neu aufrollen. Auch Scotland Yard erwägt ein Ermittlungsverfahren.

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