MüNCHEN Sie tanzte Tango mit Klaus Kinski und spielte neben Mario Adorf im Film: Ihre großen Zeiten hatte Margot Werner in den 1970er Jahren. Mit Songs wie „So ein Mann“ und ihrer TV-Show „Margot bis Montag“ feierte die Entertainerin Erfolge. In den vergangenen Jahren war es jedoch ruhig um die gebürtige Salzburgerin geworden. Schlagzeilen machten zuletzt im Jahr 2005 ihre finanziellen Nöte, nachdem das Tiroler Hotel ihres Mannes Jochen Litt pleitegegangen war – sie hatte ihr Vermögen investiert. Von Depressionen war die Rede. Am Sonntag ist Margot Werner im Alter von 74 Jahren in München gestorben.

Sie stürzte aus dem Fenster des Krankenhauses Bogenhausen drei Stockwerke in die Tiefe, wie ein Krankenhaussprecher sagte. Die Hintergründe waren zunächst völlig unklar. Von einem „Unglücksfall im familiären Bereich“, sprach die Polizei. Die Staatsanwaltschaft, die ein Todesermittlungsverfahren einleitete, schloss am Dienstag ein Fremdverschulden jedoch aus.

Karriere als Tänzerin

Geboren wurde Margot Werner am 8. Dezember 1937 in Salzburg. Sie stand bereits früh auf der Bühne, zunächst als Balletttänzerin. Mit 17 Jahren war sie Mitglied des Balletts an der Bayrischen Staatsoper München, dessen Primaballerina sie später wurde.

Ihre zweite Karriere als Sängerin startete sie 1972, nachdem der Komponist Bert Grund, beeindruckt von ihrer dunklen Stimme, drei Songs für sie komponierte. Es folgten erste Konzerte und Chanson-Abende und eine Show in der „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“. Ihr erstes Album „Und für jeden kommt ein Tag“ erschien 1974.

Ein Jahr darauf eroberte sie mit der „Margot-Werner-Show“ schließlich den TV-Bildschirm und wurde als „interessanteste Neuentdeckung 1975“ mit der „Goldenen Europa ausgezeichnet. In der Show tanzte sie Tango mit Klaus Kinski und trat ein letztes Mal mit ihrem langjährigen Tanzpartner Heinz Bosl auf, dem sie nach der Scheidung von Ehemann Peter Pasetti auch privat verbunden war. Wenig später starb Bosl im Alter von nur 27 Jahren.

Fernseherfolge

Margot Werner stürzte sich in die Arbeit: Der „Margot-Werner-Show“ folgte bereits ein Jahr später die TV-Show „Von Margot bis Montag“, zahlreiche Auftritte mit Entertainern wie Hans-Joachim Kulenkampff, Hans Rosenthal und Roberto Blanco schlossen sich an. Mit ihrer zweiten LP „Wasser, Feuer, Luft und Erde“ mit ihrem größten Hit „So ein Mann“ ging sie auf Tournee durch 40 Städte in Deutschland und Österreich.

1978 heiratete sie zum zweiten Mal – den österreichischen Gastronomen Jochen Litt. Noch bis in die 1990er Jahre trat Werner regelmäßig als Sängerin und Entertainerin auf, jedoch wurde es zunehmend ruhiger um sie. Ihr Comeback-Versuch 2007 mit einem TV-Auftritt und neuen CD konnte nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen.

Einer ihrer wichtigsten Weggefährten, der Musikproduzent Abi Ofarim, würdigte sie am Dienstag als „Riesentalent auf der Bühne“. Sie sei die „größte Persönlichkeit“ gewesen, die er je produziert habe.

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