München /Artland Im oberbayerischen Wang in der Nähe von Freising tummeln sich jede Menge Film- und Fernsehstars – und zwar vierbeinige. Seit Jahrzehnten betreibt Renate Hiltl dort ihre Filmtierranch. Hunde, Katzen, Ziegen, Schafe, Hasen, Mini-Schweine und Mäuse sind auf der Anlage mitten auf dem Land zu finden. Auch der Collie-Rüde Bandit lebt derzeit auf der Ranch für tierische Filmstars. Er spielt die Hauptrolle in der Neuverfilmung von „Lassie – eine abenteuerliche Reise“. Der Film ist seit Donnerstag im Kino zu sehen.

Doch Bandit ist kein gebürtiger Bayer, sondern Niedersachse: Aufgewachsen ist er in Menslage in der Samtgemeinde Artland (Landkreis Osnabrück), wie der NDR am Donnerstag mitteilte. Bandits Züchterin Doris Rode-Rosga war demnach begeistert, ihren Hund bei einer Vorpremiere auf der Leinwand zu sehen.

Schüchtern ist Bandit überhaupt nicht. Konzentriert hört er auf das, was Tiertrainerin Farina Klause ihm sagt und führt ihre Anweisungen gewissenhaft aus. „Dreh dich. Gut. Dreh dich. Super gemacht!“, lobt die 29-Jährige. „Sitzen. Pfote. Andere Pfote. Steh.“ Nach jeder erfolgreich gemeisterten Aufgabe lässt Klause einen Knackfrosch knacken und belohnt den Hund mit einem Leckerli. „Bandit ist auf dieses Geräusch konditioniert“, erklärt Hiltl. Der Hund hat von klein auf gelernt: Wenn es knackt, hat er seine Sache gut gemacht.

Bandit zeigt gerne, was er kann. Er bellt auf Befehl, überkreuzt seine Pfoten und steht geduldig still, während der kleine, flinke Chihuahua Mokka um seine Beine herum einen Achter nach dem anderen läuft. Die beiden sind gut aufeinander eingespielt, auch weil Mokka in der Rolle des frechen Toots ebenfalls bei „Lassie“ mitspielt.

Doch was so locker aussieht, ist harte Arbeit, für Tiere und Trainer gleichermaßen. „Bei Privatleuten ist es oft so, dass die ihren Hund überfordern, dass sie zu viel machen und jeden Tag üben“, meint Hiltl. „Das wird zu viel, der Hund zieht sich zurück und hat nicht mehr so Bock.“ Sie und ihr Team setzen auf kleine Übungseinheiten. Auch am Filmset gibt es Doubles, die einspringen, damit sich die tierischen Hauptdarsteller ausruhen können. „Dann gibt es auch mal zwei, drei Tage, wo man gar nichts macht. Dann denkt sich der Hund: ,Wow, heut darf ich wieder‘.“

Doch längst nicht jeder Hund ist für den Film geschaffen. Die Optik muss stimmen: Mehr der süße Knuddelhund? Der Typ Traumhund mit seidig glänzendem Fell? Oder der freche, quicklebendige Faxenmacher?

Auch die Persönlichkeit spielt eine Rolle. „Er muss ein gutes Wesen haben, gerne im Mittelpunkt stehen und nicht nervös werden, wenn 30 oder 40 Leute um ihn rumstehen“, sagt Hiltl. Und er müsse mit Freude bei der Sache sein. „Du brauchst viel Zeit, Geduld und Liebe, um ein Tier so weit zu bringen“, sind sich Hiltl und ihre Trainerinnen Farina Klause und Pamina See einig.

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