Kabul Bei Überfällen in Afghanistan sind mindestens 17 Zivilisten getötet worden. Bei einer Geiselnahme in einem Hotel in Kabul am Mittwochabend wurden nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 14 Zivilisten getötet. Mehrere Menschen seien verletzt worden, teilte die UN-Mission für Afghanistan (Unama) mit.

Kabuls Polizeichef Abdul Rahman Rahimi sagte, 54 Menschen hätten bei der Erstürmung des Gebäudes durch afghanische Sicherheitskräfte gerettet worden können. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.

Einer der Toten sei ein US-Bürger, sagte die Sprecherin der amerikanischen Botschaft in der afghanischen Hauptstadt. Das italienische Außenministerium bestätigte am Donnerstag, dass auch ein Italiener umkam. Nach indischen Regierungsangaben wurden vier Inder getötet.

Eine Gruppe Bewaffneter hatte das Hotel nach Polizeiangaben am Mittwochabend gestürmt. Zu dem Zeitpunkt seien etwa 100 Menschen vor Ort gewesen. Nach sieben Stunden beendeten die Sicherheitskräfte die Geiselnahme.

Nach Angaben der Unama wurden in den ersten vier Monaten diesen Jahres 974 Zivilisten in Afghanistan getötet. Mehr als 1900 seien im selben Zeitraum verletzt worden. Das sei ein Anstieg von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Wie viele Angreifer bei der Geiselnahme im Hotel getötet wurden, war zunächst unklar. Die Taliban behaupteten, die Attacke sei von nur einer Person ausgeführt worden. Nach Angaben von Vize-Innenminister Ajub Salangi wurden aber zwei Angreifer erschossen. Ein afghanischer Offizier sprach sogar von drei getöteten Taliban. Laut Innenministerium wurden drei Mitarbeiter des Hauses sowie zwei Ausländer und ein Soldat verletzt.

Das Hotel gilt als beliebt bei Ausländern. In der Nähe liegen Büros der UN-Mission und weiterer internationaler Organisationen. Ahmad Raschad, der in der Nähe des Hotels eine Bäckerei betreibt, sagte, am Abend sei ein Konzert in dem Hotel geplant gewesen. Vor dessen Beginn hätten die Unbekannten angegriffen.

In Laschkarga, der Hauptstadt der südafghanischen Unruhe-Provinz Helmand, starben bei einem Anschlag am Mittwoch nach offiziellen Angaben drei weitere Zivilisten sowie auch drei Polizisten und zwei Angreifer. Weitere fünf Polizisten seien verletzt worden. Helmand gilt als Hochburg der Taliban und des Drogenanbaus.

Die Unama-Direktorin für Menschenrechte, Georgette Gagnon, nannte die Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan „erschreckend“. Sie forderte die Konfliktparteien dazu auf, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um das Leben von Zivilisten zu schonen.

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