Tampa (dpa) - Die Gefahr einer Umweltkatastrophe durch ein Leck im Abwasserbecken eines früheren Phosphat- und Düngemittelwerks im US-Bundesstaat Florida ist vorerst gebannt.

Der Riss sei zwar nicht abgedichtet worden, die Situation aber unter Kontrolle, teilten die Behörden im Bezirk Manatee mit. Mehrere hundert Millionen Liter der mit Phosphor und Stickstoff belasteten Abwässer hätten abgepumpt werden können, um Druck von der Beckenwand zu nehmen. Der Bundesstaat habe "ein riesiges katastrophales Ereignis" abgewendet, sagte Floridas Agrarministerin Nikki Fried.

Die zuständige Behörde im Bezirk Manatee, südlich von Tampa, hob einen Evakuierungsbefehl für rund 300 Häuser und Betriebe in der Gegend auf. Einige Straßen sollten aus Sicherheitsgründen zunächst weiter gesperrt bleiben. Es gebe aber keine Einschränkungen für Anwohner, die in ihre Häuser zurückkehren, oder für Unternehmen, die ihren Betrieb wieder aufnehmen, erklärte der Direktor für öffentliche Sicherheit, Jacob Saur.

"Wir glauben, dass die Gefahr erfolgreich eingedämmt und verringert wurde", sagte der amtierende Bezirksverwalter Scott Hopes.

In dem etwa 33 Hektar großen und acht Meter tiefen Becken war vergangene Woche ein Riss festgestellt worden. Im Falle eines totalen Bruchs der Beckenwand hatte Hopes am Sonntag vor einer bis zu sechs Meter hohen Flutwelle gewarnt. Die Befürchtung war zudem, dass ein Kollaps dieses Reservoirs andere Becken mit gefährlicheren Rückständen auf dem Gelände in Mitleidenschaft ziehen könnte. Floridas Gouverneur Ron DeSantis hatte für Manatee County den Notstand ausgerufen.

Nach Angaben von Floridas Umweltbehörde befinden sich nach wie vor rund 1,1 Milliarden Liter mit Phosphor und Stickstoff belastete Abwässer in dem Becken im Gebiet von Piney Point. Rund 625 Millionen Liter seien kontrolliert in den Hafen von Manatee abgeleitet worden, ein anderer Teil in ein separates Becken. Das Wasser werde ständig auf gefährliche Rückstände untersucht, hieß es.

Das Abwasser in dem Becken hat nach Angaben der Behörden zwar einen höheren Gehalt an Phosphor und Stickstoff, es ist demnach aber weder giftig noch radioaktiv. Allerdings könnte dies zu einer erhöhten Algenbildung und somit zu Fischsterben in der Tampa Bay führen.

Örtliche Politiker schlagen nun vor, die Anlage aus den 1960er Jahren komplett zu schließen und zu sanieren. Die Kosten werden auf rund 200 Millionen Dollar (etwa 168 Millionen Euro) geschätzt.

Außerdem wurden Forderungen laut, den derzeitigen Eigner zur Rechenschaft zu ziehen. Das Unternehmen wies dies jedoch zurück, wie die Zeitung "Tampa Bay Times" berichtete. Zur Begründung sagte die Firma, sie habe das Gelände erst 2006 gekauft, die Verkleidung des Beckens stammte aber aus der Zeit davor.

© dpa-infocom, dpa:210407-99-113544/2

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