Murwillumbah Das Wochenende in der RTL-Selbsthilfegruppe im australischen Dschungel hätte so schön langweilig werden können. Am Freitag passierte nicht viel, selbst die Ekel-Prüfung „Ruck Schluck“ konnte niemanden wirklich schocken. Sarah Joelle musste gehen. Samstag wäre es spannender gewesen, einer frisch gestrichenen Wand beim Trocknen zu zusehen, als in die Trash-Show zu zappen. Camp-Psychologe und Psychopath Markus musste gehen. Doch dann kam der Sonntag – und mit ihm auch endlich der große Urknall im Urwald. Die Fassade der selbst ernannten „Familia Grande“ wird vom Stahlgrinsen des klebrigen Alexander Keen mächtig erschüttert. Alexander wer? Ach ja, sein durchaus passender Name lautet ja „Honey“.

Honey hat einen richtigen Hals

Doch was hat der Mann mit dem einbetonierten Grinsen getan? Er hat den Teamgeist der großartigen Dschungel-Familie nicht mitragen können. Bei der Dschungelprüfung wurden die Kandidaten jeweils in eine kleine Box gesetzt, in der der Hals der „großen“ Stars in einen mehr oder weniger engen Holzrahmen gesperrt wurde. Ungeziefer sollte von oben kommen – nein nicht die Camper sind gemeint. Das war zu viel für den mit unmenschlich starken Honigmuskeln bepackten Adonis. „Nein ich mache es nicht. Das ist zu eng. Momentan krieg ich eh schlecht Luft. Für meinen Hals ist das zu eng“, sagt Herr Keen und grinst dabei ganz ungeschönt wie eine Honigkuchenpferd.

Doch Honey ist sich natürlich sicher, dass seine Mitcamper großes Verständnis haben. Schließlich haben sie ja immer betont, dass es keine Diskussionen gibt, wenn einer nicht antreten mag. „Ich denke, die Leute werden es verstehen. Ich habe durch meine Muskulatur ja einen breiteren Hals.“ Selbst Sonja und Daniel sind schockiert. Doch die Moderatoren kennen ihre Waffen. Um die schon brodelnde Stimmung noch etwas anzuheizen, bestand Dschungel-Struppel Hartwich auf den zweifelhaft berühmten Satz. „Ich bin ein Star holt mich hier raus“, schrie Honey mit zwei Dezibel genau in die Kamera. Die große Honig-Show hatte begonnen. Doch Hanka und ihr neuer Botox-Buddy Florian wollten das gar nicht gerne sehen.

Debattenzeit im Dschungelkabinett

„Meine Augen sind auch aufgegangen. Als er dann da draußen stand – ich hab Angst gekriegt“, sagt die völlig desillusionierte Gina-Lisa, deren Anschmacht-Auftrag Richtung Honigmensch so eben von ihr selbst storniert wurde. Hanka freute sich gar nicht auf die Rückkehr ins Camp: „Alle anderen werden von der Seite reingrätschen und jeder wird wie in der Politik seine Bühne suchen.“ Stimmt, besonders der neue Protagonist Honey. „Es ist nur eine TV-Show. That’s it“, sagte er und zwinkerte dabei ganz ungeniert in die Kamera, als hätte er gerade einen Haufen Sterne für das Team ergattert. Geschickte Inszenierung oder ist Honeys Hals wirklich zu dick?

Unterlegt vom Titelsong der brutalen Mittelalter-Serie „Vikings“ ließ RTL die Camper zurück ans Lagerfeuer latschen, das sich jetzt zum Vulkan entwickelte. Befeuert wird das vom neuen Dream-Team Hanka und Flori. „Solange wir beide zusammenhalten. Er hat mir privat mein Erfolgserlebnis gestohlen“, sagte Botox-Kämpfer Wess. Honey durfte sich als erster erklären. Die Bronchitis ist wieder da, sein Hals zu groß und er bekommt eh schlecht Luft. Als Florian es schaffte, alle Argumente zielgerecht auszuhebeln, fiel dem Grinseboy nichts mehr ein. Er stammelt besser, als er grinst.

Harmonie suchten die restlichen Camper. „Was haben wir uns gesagt. Ein Nein wird ohne Diskussion akzeptiert“, schrie Malle-Jens heraus, als würde er am Ballermann auf einem Podest stehen. Hanka wurde von ihm totgeschwiegen. „Halt doch mal deinen Mund, wenn ich rede. Das war unsere Abmachung.“ Thomas pflichtete Jens bei. Marc wollte keinen Streit. Hanka und Florian wollen ihn.

Lohfink auf dem Dschungelboden der Tatsachen

Als Gina-Lisa dann sprach, waren alle still. „Für mich ist das ganze Thema sowieso sehr schwierig. Ich wurde in meinem Leben schon oft mal geschlagen und auch mal gewürgt. Mich wundert es, dass ich nicht die Erste war, die abgebrochen hat.“ Und die Tränen flloßen fleißig. Doch Honey verzieht keine seiner Grinseminen. „Was ich schlimm finde? Machst du hier nur ne Show, als du so dreckig gegrinst hast. Ich dachte nur, wie kannst du dann noch so dastehen und so dreckig grinsen?“ Gina-Lisa auf dem Boden der Tatsachen? „Viele haben gesagt, nehm dich in Achtung vor diesem Honey.“

Für Honey hatte das Grinsen nur einen Grund. „Das war von der Anspannung.“ Ausgerechnet Kader brachte die Diskussion sogar ironisch auf die Palmenspitze. „Okay Leute, der hat verkackt. Wollen wir ihn umbringen? Gleich oder später? Was machen wir jetzt?“

Es passierte nichts. Doch, etwas. Honey provoziert weiter. Zusammen mit dem aktuellen Teamchef Marc wird gepumpt und gesportet ohne Ende. Honeys Bronchitis steckt offenbar nicht in den Armen. Hanka und Florian brodelten innerlich stärker als alle ehemaligen Hochöfen des Ruhrgebiets. „Ich hätte nie gedacht, dass wir heute noch so gut trainieren würden. Meine Muskeln sind gewachsen“, sagte Honey. Herrliche Munition für das Dschungel-Pulverfass.

Schockstarre am Lagerfeuer

Doch für Hanka sollte es noch schlimmer kommen. Als die Moderatoren verkündeten, dass Honey das Camp nicht verlassen muss, lässt Hanka ihrem Entsetzen freien Lauf. „Was? Was? Was? Was?“ Schockstarre beim Leipziger Allerlei Rackwitz. Nicole musste gehen. „Die Redakteure sagen, hätte sie sich nicht mit dem Messer geschnitten, wäre sie gar nicht in die Sendung geschnitten worden.“ Nicht ganz von der Hand zu weisen. Honey nahm Nicole in den Arm. Gina-Lisa weinte. Hanka konnte es nicht fassen. Der Krieg ist erklärt. Die Eskalation muss kommen. Honey will es.

Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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