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Bonn /Mainz Katholische Priester in Deutschland haben künftig freiere Auswahl beim Messwein. Die deutschen Bischöfe hoben jetzt die aus dem Jahr 1976 stammende Messweinverordnung auf, wie das Bistum Mainz in seinem aktuellen „Kirchlichen Amtsblatt“ mitteilte.

Das heißt nicht, dass bei den Gottesdiensten künftig weniger reiner Wein eingeschenkt wird. Denn wenn es um den Messwein geht, der nach katholischer Lehre in der Messe in das Blut Christi verwandelt wird, erlaubt sich die Kirche keinen Verzicht auf Qualität.

Tafel- oder Landweine sind nicht erlaubt. Gefordert wird Qualitäts- oder Prädikatswein. Der bei der Messe verwendete Wein müsse weiterhin „der Würde des Sakraments“ und deshalb hohen Qualitätsanforderungen entsprechen, betonen die Bischöfe in der amtlichen Mitteilung.

Erwin Engel arbeitet seit 37 Jahren bei den Bischöflichen Weingütern der Moselstadt und ist dort Verkaufsleiter. Wie viel Messwein die katholische Kirche in Deutschland im Jahr verwendet, diese Frage kann er nicht beantworten. Vage Zahlen finden sich nur für das Jahr 2000 und Italien: Da schätzte eine Marketingstudie für einen Kloster-Kongress, dass die katholischen Priester des Landes mehr als eine halbe Million Liter Wein pro Jahr in der Kirche verbrauchten – in der Annahme, dass jeder Priester den kirchlichen Vorschriften entsprechend täglich eine Messe feiert, dabei im Schnitt 35 Milliliter Wein verwendet. Der heimliche „Schwund“ in der Sakristei war dabei allerdings nicht eingerechnet.

Wenn die Bischöfe jetzt die kirchliche Messweinverordnung aufgehoben haben, hat dies eher mit dem strenger gewordenen EU-Lebensmittelrecht und dem deutschen Weingesetz zu tun, weiß der Weinkenner. Als die Bischöfe die Regelung 1976 erließen, erlaubte das Weingesetz noch, dass die Winzer in schlechten Jahren dem Qualitätswein Zuckerwasser zufügten, um einen Überschuss an Säure auszugleichen und den Alkoholgehalt zu erhöhen. Das aber widersprach den kirchlichen Anforderungen, die höchstens eine kleine Beigabe von Zucker erlaubten.

Seit Beginn der 80er Jahre aber entspricht das staatliche Weingesetz mit Blick auf den Qualitätswein den strengeren kirchlichen Anforderungen. Und so betonen die Bischöfe jetzt, dass das weltliche Recht mittlerweile für eine gute Qualität des Weins sorge.

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