Madrid Der Antivirus-Software-Unternehmer John McAfee ist tot in einem Gefängnis in Spanien aufgefunden worden. Das verlautete am Mittwoch aus Regierungskreisen. Sicherheitspersonal in der Haftanstalt nahe Barcelona habe versucht, ihn wiederzubeleben, teilte die Regionalregierung von Katalonien mit. Sie nannte nicht McAfees Namen. Es handele sich um einen 75-jährigen US-Bürger, der vor seiner Auslieferung an die USA gestanden habe. Eine damit vertraute Person bestätigte der Nachrichtenagentur AP, dass es sich um McAfee handele.

Stunden zuvor hatte das nationale Gericht von Spanien seiner Auslieferung an die USA wegen mutmaßlicher Steuervergehen zugestimmt. Das spanische Kabinett hätte noch zustimmen müssen, damit McAfee ausgeliefert wird.

Die Staatsanwaltschaft im US-Staat Tennessee wirft McAfee Steuerhinterziehung vor. Er habe Einkommen aus einer Beratertätigkeit und Einnahmen aus Redeaufträgen und dem Verkauf der Rechte an seiner Lebensgeschichte für eine Dokumentation nicht angegeben. Die Vorwürfe beziehen sich auf drei Steuerjahre von 2016 bis 2018, wie aus dem Urteil des Gerichts vom Mittwoch hervorgeht. Auf die mutmaßlichen Steuervergehen steht eine Haftstrafe von bis zu 30 Jahren.

McAfee, der als ein Pionier in der Entwicklung von Antiviren-Software gilt, war im Oktober am internationalen Flughafen von Barcelona verhaftet worden. Er argumentierte in einer Anhörung diesen Monat, dass die Vorwürfe gegen ihn politisch motiviert seien. Sollte er an die USA ausgeliefert werden, würde er den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen, gab der 75-Jährige zu Bedenken.

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